Norah Jones-Konzert im Römersteinbruch: Sängerin verlor den Kampf gegen die Gelsen

Erst zur Zugabe wurde das Publikum richtig warm Steinbruch-erprobtes Publikum sprühte & schmierte

Norah Jones-Konzert im Römersteinbruch: Sängerin verlor den Kampf gegen die Gelsen © Bild: Viktor Fersak

Norah Jones hat einem im Römersteinbruch von St. Margarethen (Bezirk Eisenstadt Umgebung) richtig leidgetan. So sehr sich die sympathische und talentierte Sängerin auch bemühte, gegen die unzähligen Gelsen hatte sie kaum eine Chance. Applaus gab es zwar nach jedem Lied, allerdings klatschten die Leute wohl auch so eifrig, um die lästigen Viecher zu vertreiben, die nach dem ersten Drittel den Steinbruch komplett für sich vereinnahmten und die Musik der Künstlerin zu einer Nebensache werden ließen.

Eigentlich hätte man gedacht, dass die Gelsen beim Konzert in der Naturkulisse chancenlos wären, da das Steinbruch-erprobte Publikum schon beim Supportact Willy Mason, einem Singer-Songwriter aus den USA, ordentlich sprühte und schmierte, um ohne Dippel nach Hause fahren zu können. Doch die Stechmücken fühlten sich dadurch offensichtlich nur noch mehr angezogen und hielten pünktlich zum ersten Song "What am I to you" Einzug in der Opernfestspiel-Arena.

Mit einem bezaubernden "Dankie for Ihr Kommen, yes I did it" begrüßte die mehrfache Grammy-Gewinnerin, bevor sie ihre aktuelle Single "Chasing Pirates" zum Besten gab, die Konzertbesucher. Danach ging es rapide bergab - nicht mit ihrer Performance oder ihrer wunderbaren Stimme, sondern mit der Aufmerksamkeit des Publikums. Zwar wurde stellenweise mitgeschunkelt und mitgeklatscht, aber so richtig kam die Stimmung unverdientermaßen nicht auf.

Volle Aufmerksamkeit
Bei der Interpretation von Johnny Cashs "Cry, Cry, Cry" schenkten die Fans der Soul- und Jazzsängerin wieder die volle Aufmerksamkeit, bis sich bereits nach der nächsten Nummer ("Sunrise") fast alles wieder nur um die Gelsen drehte. Als hätten die Stechmücken es geahnt, verzogen sie sich genau vor dem letzten Lied - "Come away with me". Kaum war das "Good night" gesprochen, sprangen zahlreiche Besucher auf und wollten schnellstmöglich aus der Gelsenhölle fliehen, die eingeforderte Zugabe hielt davon allerdings ab.

Als Jones und ihre Band "Creepin' in" als Akustikversion anstimmten, blieben die Musikbegeisterten gebannt vor der Bühne stehen, klatschen und sangen mit und tauten endlich richtig auf. Der Schlussakkord ertönte dann mit "Lonestar" und erlöste das Publikum von einem Konzertabend mit körperlichen Folgen.
(apa/red)