Nokia startet Online-Plattform Music Store:
Handy-Flatrate aber noch in Warteschleife

Konkurrenz zu iTunes mit fünf Mio. Titeln am Start Kopierschutz für Musikangebot soll noch heuer fallen

Nokia startet Online-Plattform Music Store:
Handy-Flatrate aber noch in Warteschleife © Bild: Nokia

Angesichts sinkender CD-Verkäufe setzt das Musikbusiness vermehrt Hoffnungen in Musikabonnements bzw. Pauschalangeboten, bei denen die Musik quasi als Bonus funktioniert: In diese Richtung wird Nokias "Comes With Music"-Ansatz gehen, der künftig mit dem Handy-Kauf auch unbegrenzten Zugang zu einem umfangreichen Musikangebot für bis zu 18 Monate bieten und noch heuer präsentiert werden soll. Vorerst hat der Mobiltelefonhersteller jedoch seine Online-Verkaufsplattform "Music Store" präsentiert, die, wie die bisherigen Internet-Musikplattformen auch, auf Einzelsongverkauf und auf das zunehmend außer Mode geratende digitale Rechtemanagement (DRM) setzt.

Die fünf Millionen Songs werden im WMA-Format angeboten, kosten einen Euro pro Track (10 Euro pro Album) und sind in der Nutzung durch DRM beschränkt, wurde am Montagabend bei einer Pressekonferenz in Wien bekanntgegeben. Dass man je nach Label nur zwischen drei und fünf Übertragungslizenzen pro Song erwirbt, soll sich jedoch bald ändern: Nokia wolle die Musik noch 2009 komplett DRM-frei anbieten, betonte Michael Lachsteiner von Nokia Österreich. Zur Nutzung über den PC ist die Installation eines eigenen Programmes erforderlich, die Musik kann sowohl am PC als auch am Handy erworben und konsumiert werden. Die Übertragung der Songs, deren Datenmenge bei fleißigem Musikkauf sehr schnell anwachsen kann, auf das Handy ist nicht im Preis inkludiert.

Web 2.0 inklusive
Die Differenzierung gegenüber anderen Anbietern soll über soziale Web-Aspekte (wie Musikempfehlungen) funktionieren, schilderte Greg Williams, Geschäftsführer von "Nokia Alps South East Europe". Universal-Österreich-Chef Hannes Eder freute sich über den neuen Online-Store: "Je mehr Angebot es gibt, umso größer ist die Chance, dass sich ein Markt entwickelt, der eine nennenswerte Dimension hat." Denn Österreich sei "allen Beteuerungen zum Trotz" beim Online-Musikvertrieb "nicht ganz vorne mit dabei". Dass der Nokia-Store durchaus an das bestehende Konkurrenzangebot erinnert, inspirierte Eder zu einem Wortspiel mit dem berühmten Henne-Ei-Problem: Man solle nicht fragen, ob zuerst die Henne oder das Ei dagewesen war - Hauptsache, "es kommen viele Eier raus für alle Beteiligten".

Label-Betreiber Walter Gröbchen von monkey music betonte die "Egalisierung von Chancen" insbesondere für kleine, österreichische Musik-Anbieter, durch Online-Musikvertrieb: Wenn das österreichische Repertoire über Nokia, das nach eigenen Angaben weltweit 1 Mrd. Kunden hat, weltweit verfügbar gemacht wird, biete dies "Chancen", so Gröbchen.

"Comes with Music" in der Wartschleife
"Das nächste Kapitel" ist dann "Comes With Music", schilderte Lachsteiner. Bei diesem Pauschalangebot soll mit dem Handykauf eine Lizenz erworben werden können, die unbegrenzten Zugang zu einem umfangreichen Musikangebot für zwölf bis 18 Monate ermöglicht. Auch nach Ablauf dieser Frist soll die heruntergeladene Musik im Besitz des Kunden bleiben. Diesen Launch erwartet Eder "mit Spannung". (apa/red)