Smartphones von

Foto-Genie Lumia 1020

Neues Nokia-Flaggschiff: Extrem klobiges Windows-Phone punktet mit Kameraqualität

US-FINLAND-IT-NOKIA 1020 © Bild: 2013 AFP

Es ist nicht das erste Mal, dass Nokia ein Smartphone mit einer ungewöhnlichen Kamera auf den Markt bringt. Im Frühjahr 2012 erschien mit dem PureView 808 bereits ein Handy mit einem 41-Megapixel-Sensor. Damals sorgte es für Verwunderung, dass die Technologie in einer veralteten Symbian-Umgebung zum Einsatz kam und nicht gleich für die Lumia-Serie adaptiert wurde. Erst mit dem Lumia 1020 ist es nun soweit: Windows-Phone trifft High-End-Kamera. Eine unwiderstehliche Mischung?

Nokia ist dieser Tage nicht aus den Negativ-Schlagzeilen herausgekommen: Drastisch sinkende Marktanteile und zu guter Letzt auch noch der Verkauf des Kerngeschäfts an Microsoft sorgen für Verunsicherung beim Kunden. Die Rhythmus neuer Produkte prasselt ungeachtet dessen nach wie vor hartnäckig auf den Kunden ein. Wurde man vor nicht allzu langer Zeit noch mit dem Lumia 925 als Flaggschiff des Unternehmens konfrontiert, ist es jetzt schon bereits das Lumia 1020.

Über weite Strecken nichts Ungewöhnliches

Was sich nicht geändert hat, ist das Betriebssystem (des neuen Besitzers): Windows Phone von Microsoft ist nach wie vor eine unumstößliche Konstante der Nokia-Serie und mit ihr ein immer besser gefüllter - aber nach wie vor lückenhafter - App Store. Bis auf ein paar wenige neue Steuerungsmöglichkeiten unterscheidet sich das OS auch nicht großartig von seinen Vorgängern. Das ist nicht weiter tragisch, schließlich fiel das Betriebssystem von Anfang an mit sehr nutzerfreundlicher Menüführung auf. Dass es sich bislang nicht durchsetzen konnte und der Marktanteil im einstelligen Prozentbereich herumtümpelt, steht auf einem anderen Blatt.

Die Hardware-Eckdaten des Lumia 1020 sind im Vergleich zur Konkurrenz und gerade in Anbetracht des stolzen UVPs von knapp 700 Euro recht blass: Zweikernprozessor, 2 GB Arbeitsspeicher, 32 GB fest verbauter und nicht erweiterbarer Speicher sowie ein Akku, der sich nicht wechseln lässt, sind - Stand Oktober 2013 - reißen nicht gerade vom Hocker. Am meisten kann da noch das 4,5-Zoll-Display überzeugen: Zwar hinkt auch das mit 1280x768 Pixel einer Full-HD-Auflösung gehörig hinterher, aber am leuchtstarken und kontrastreichen Bild an sich gibt es nichts zu meckern.

Der Power-Knipser

Wenn man am Lumia 1020 ein echtes Highlight ausfindig machen muss, dann ist es zweifelsohne die Kamera. Dabei beeindruckt weniger die Tatsache, dass im Smartphone ein 41-Megapixel-Sensor eingebaut ist, sondern die Technologie, die dahinter steckt. Das Besondere an der Knipserei sind nämlich nicht etwa die Bilder mit 41 Megapixel Auflösung.

Vielmehr haben die Bilder im PureView-Modus eine unscheinbare Auflösung von 3, 5 oder 8 Megapixel, wobei jedes Pixel davon aus mehreren Pixeln besteht. Diese "Super-Pixel" ermöglichen zum Beispiel eine enorm hohe Zoom-Stufe, bei der sich die Qualität kaum verschlechtert. Die Zeiss Optik mit sechs Linsen und ein optischer Bildstabilisator ermöglichen dem Nutzer tatsächlich Fotos und Videos in professioneller Qualität aufzunehmen, zu bearbeiten und zu teilen. Last but not least sei hardwareseitig der Xenon-Blitz erwähnt, der die Bildqualität wesentlich realistischer macht als die herkömmlichen LED-Blender. Kurzum: Damals beim 808 wie jetzt beim Lumia 1020 beeindruckend und derzeit nicht zu toppen.

Neben der Nokia Pro Camera App und einer lückenlosen Implementierung der Kamera ins Betriebssystem gibt es erstmals auch zusätzliches Fotografen-Zubehör für ein Nokia Handy. Neben einem Cover, mit dem sich das Gerät kabellos aufladen lässt, gibt es nun auch einen Kamera Grip-"Aufstecksatz", der über einen optimierten Griff sowie einen bequemeren Auslöse-Button verfügt. Die zusätzlichen Gramm fallen buchstäblich nicht ins Gewicht, da das Gerät mit einem Gewicht von über 150 Gramm, der rückseitigen Kamera-"Beule" und einer maximalen Tiefe von einem Zentimeter (!) ohnehin das Prädikat "ultra-klobig" verdient. Leider.

Kommentare