NÖ-Wahl von

Wahlkampffinale

Stronach will die "Wahrheit" aufzeigen, Strache Pröll "die Glatze polieren"

Frank Stronach bei einer Wahlkampfveranstaltung in Niederösterreich © Bild: APA/Helmut Fohringer

In einem Festzelt im Süden St. Pöltens ist am Freitagabend der niederösterreichische Wahlkampf des Team Stronach zu Ende gegangen. Vor rund 1.500 Sympathisanten zeigte sich der mit "Frank"-Sprechchören empfangene Parteigründer Frank Stronach vor allem "erdig", aber doch auch angriffig. Die "Familie", womit er die Neo-Bewegung meinte, sehe er "unaufhaltbar" wachsen. Auch die FPÖ hat sich bei ihrer Schlussveranstaltung zuversichtlich gezeigt, die absolute Mehrheit der ÖVP in Niederösterreich zu brechen. "Die Zeichen stehen auf Veränderung, auf ein Ende der absoluten Macht der ÖVP", sagte Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz. Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache bezeichnete es als "notwendig, die arrogante, präpotente Allmacht der ÖVP zu brechen".

Der Austro-Kanadier kündigte zwei Tage vor den ersten Wahlen für das Team Stronach an, dass das Parteiprogramm "fast fertig" sei. Es werde einen Wertekatalog und einen Ehrenkodex beinhalten, "den Politiker unterschreiben müssen", so der Austro-Kanadier. Er meinte auch, dass zwei Perioden in einer gesetzgebenden Körperschaft ebenso wie 100 Abgeordnete im Parlament "genug" seien, dazu sollten 50 "Bürgervertreter" kommen, die sich selbst um Mandate bewerben können sollten.

Niederösterreicher sollen "Wahrheit erfahren"

Was die Niederösterreicher angehe, so könnten die am Sonntag "die Wahrheit erfahren", meinte Stronach. Erhalte freilich Erwin Pröll wieder die Mehrheit, werde das erst in fünf Jahren der Fall sein. Er selbst setze sich die Latte hoch, so der Parteigründer ("wir werden sehr stark dastehen in der Bundespolitik"). Außerdem wolle er gegen Freunderlwirtschaft ankämpfen und den Korruptionssumpf trockenlegen.

Er sehe ein "sehr gutes" und "sehr junges" Team mit dem "Herz am richtigen Fleck", dem er "zur Seite stehen" wolle, so Stronach weiter. "Es kommt ein neuer Geist hinein (in die Politik). Wir sind keine Wutbürger und keine Extremisten." Das Team Stronach sei vielmehr dabei, "neue Werte zu schaffen".

"Dass er es kann, braucht er niemandem mehr zu beweisen", betonte Ulla Weigerstorfer, Miss World des Jahres 1987, in ihrer Moderation. "In wenigen Stunden ist es so weit", meinte sie im Hinblick auf den Wahlsonntag und versprach: "Das Team Stronach wird für sie Tag und Nacht im Einsatz sein."

Strache: Pröll hat "viel Butter am Kopf"

Landeshauptmann Erwin Pröll habe "viel Butter am Kopf", die FPÖ wolle ihm am Sonntag "die Glatze polieren", polterte Strache. Die Missstände in Niederösterreich könne man nur aufklären und abstellen, wenn die Absolute fällt. Strache fühlt sich bei Pröll "ein bisschen" an den früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi erinnert. Er müsse immer wieder kandidieren, damit die ÖVP mit der Absoluten "die Leichen im Keller halten" könne. "Aber wenn der Papst zurücktreten kann, dann wird es auch möglich sein, die absolutistische Macht der ÖVP zu brechen", zeigte sich Strache zuversichtlich. Für ihn geht es dabei um mehr Demokratie und Bürgermitsprache.

Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz und FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache bei einer Wahlkampfveranstaltung in St. Pölten
© APA/Herbert Pfarrhofer

Pröll und Frank Stronach sind für Strache "zwei eitle Gockel, denen es beiden nur um die eigene Egomanie geht". Aber wenn sich zwei streiten, "freut sich die Dritte" - in diesem Fall Rosenkranz, meinte der FPÖ-Chef. Nur wenn die FPÖ stärker werde, könne "die Ohnmacht überwunden" und den Bürgern die Macht zurückgegeben werden.

"Wir können uns die ÖVP nicht mehr leisten, auch finanziell", forderte Rosenkranz ebenso wie Strache neuerlich ein Ende der Spekulationen mit Steuergeld. Für den Bundesparteiobmann ist das "ein Verbrechen", für das es Konsequenzen geben müsse.

Auch "Asylmissbrauch" in Votivkirche Thema

Strache und Rosenkranz zogen auch neuerlich gegen "Asylmissbrauch" und die Flüchtlinge in der Wiener Votivkirche vom Leder. Für Strache handelt es sich dabei um eine "rechtswidrige Kirchenbesetzung" von "rechtswidrig aufhältigen Personen", die das Land verlassen müssten. "So etwas würde es unter einem Bundeskanzler oder einem Innenminister Strache nicht geben." Rosenkranz kritisierte, dass sich der Staat hier "erpressbar" mache.

Der Bundesobmann und die Landesparteiobfrau bekräftigten auch die FPÖ-Forderung nach einer Wiedereinführung von Grenzkontrollen. Die Schengen-Grenze müsse zeitlich befristet immer wieder außer Kraft gesetzt werden, um die von ausländischen Banden importierte Kriminalität zu bekämpfen. Das sei rechtlich möglich.

Kommentare

Stronach will die "Wahrheit" aufzeigen?
Da soll er mal bei sich selber anfangen!!
Will ja nicht wissen, wie und womit er sein Firmenimperium, sein Privatvermögen und seine "Nur Stronach alleine Partei" gegründet hat.

Ignaz-Kutschnberger
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manche FPÖ Freunde zeigen sich in den letzten Tagen scheinbar gar nimmer, ...vlt aus Angst, auch die Glotzn vom Heinz poliert zu bekommen?? :-)

Ignaz-Kutschnberger
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wo ist eigentlich dieser nette Ehemann von Frau Rosenkranz??

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Aber Heinz, dieser Sager 1A ...damit hast dir bei der ÖVP NÖ sicher viele Freunde gemacht gg... Hab ja immer gesagt, man soll auch einen Zahntechniker NIE unterschätzen... :-)

Stronach gegen
Rosenkranz gegen
Pröll
da fällt einem die Wahl schwer ;-)))
oder ???
nein eigentlich nicht bei dieser Auswahl kann man nur Pröll wählen, Niederösterreich ist eines der stabilsten Bundesländer in Österreich überhaupt.
Stronach go back to canada

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