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NÖ-Wahl: SJ recherchierte "rechtsextremes Netzwerk" der FPÖ NÖ

Buljubasic mit Kritik an Spitzenkandidat Udo Landbauer

Die sozialistische Jugend (SJ) NÖ hat das "rechtsextreme Netzwerk der FPÖ Niederösterreich" unter die Lupe und aufs Korn genommen. Landesvorsitzender Mirza Buljubasic sprach am Dienstag in St. Pölten von intensiver Recherche. Er listete die jüngst bekannt gewordenen Fälle auf und übte Kritik am FPÖ-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 28. Jänner, Udo Landbauer.

Buljubasic fragte sich, warum Landbauer nichts gegen den "braunen Sud" unternehme und etwa toleriere, dass ein Funktionär, der jüngst wegen eines Jugend-Fotos in Hitlergruß-Pose auf ein Bundesratmandat verzichtet hatte, immer noch für die Freiheitlichen tätig sei. Jener bereits früher auffällige und nun "wegen Gefahr im Verzug" zu Neujahr aus der Partei ausgeschlossene Gemeinderat, der auf Youtube ein Lied einer Rechtsrock-Band geliked hatte, sei auf Facebook zwei Wochen gesperrt gewesen - jetzt poste er wieder eifrig, sagte der SJ-Vertreter.

Weiters sei der Bruder von Martin Sellner, Sprecher der rechtsextremen "Identitären Bewegung", 2016 bei der Wiederholung der Bundespräsidentenwahl in Baden Wahlbeisitzer für die Freiheitlichen gewesen. "Gibt es noch mehr Identitäre in der FPÖ Niederösterreich?", fragte sich Buljubasic und enthüllte zudem, dass es von einem "Neo-Nazi und FP-Mitglied aus dem Bezirk St. Pölten" kompromittierende Bilder gebe. Dieser plakatiere jetzt im Wahlkampf für Landbauer, der selbst Mitglied einer rechtsextremen Burschenschaft in Wiener Neustadt sei.

SPÖ-Landeschef Franz Schnabl nannte die FPÖ eine Partei der "häufigen Einzelfälle". Für Einzelfälle sei deren Prozentzahl allerdings zu hoch. Schnabl verwies in der Pressekonferenz zudem darauf, dass der freiheitliche Listenerste Udo Landbauer als Kommunalpolitiker in Wiener Neustadt seit den Gemeinderatswahlen 2015 in einer Koalition mit der ÖVP "im Bett liegt", während die SPÖ stimmenstärkste Partei war.

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