Noch kein Meister-Jubel in Altach: Salzburgs
Bullen könnten sich Titel jetzt daheim holen

Entscheidungsspiel gegen entthronten Meister Austria Veilchen wollen Salzburger Party jedoch zerstören

Mit dem bereits 17. Zu-Null-Sieg der Saison hat Red Bull Salzburg (2:0 in Altach) beinahe den finalen Schritt zum vierten Meister-Titel der Geschichte und dem ersten der "Bullen"-Ära gemacht. Aber eben nur fast. Mattersburg hielt mit dem 5:1 über den GAK die allerdings nur noch rein-theoretische Chance aufrecht. Die mitgereisten rund 200 Salzburg-Anhänger haben also nicht exklusiv mit ihren Helden den Titel schon im "Ländle" feiern können. Den Großteil der Fans der Mozartstädter wird dies wohl eher freuen.

Denn am kommenden Samstag reicht schon ein Punkt gegen die Austria Magna zum Meister-Teller - und der Rahmen wird eines Champions zu Hause wohl etwas würdiger sein. Das gibt auch Rene Aufhauser, der den Assist zum 2:0 über Altach durch Jezek geleistet hatte, zu. "Ich glaube, es ist für jeden Fußballer toll, wenn man dann zu Hause vor einem ausverkauften Stadion den Meister-Titel feiern kann. Für unsere Fans wäre es eine tolle Sache, wenn das jetzt kommenden Samstag passieren sollte. Das Stadion wird voll sein, wir freuen uns auf dieses Spiel."

Aufhauser: Bis zum Schluss 100 Prozent
Lockerer nehmen wollen die "Bullen" die Meisterschaft selbst nach dem Erreichen des Ziels aber sicher nicht, versichert Aufhauser. "Sicherlich ist man versucht, das Spiel etwas einfacher zu nehmen. Aber wir wollen wirklich versuchen, bis zum Schluss 100 Prozent zu geben und jedes Spiel zu gewinnen. Das ist auch gut für unsere internationalen Aufgaben ab Sommer."

Coach Matthäus zufrieden
Salzburg-Coach Lothar Matthäus war zufrieden: "Wir haben das Spiel eigentlich zu 80, 90 Prozent beherrscht, klarere Torchancen gehabt und verdient gewonnen. Man kann ja nicht immer erwarten, dass wir Spiele mit 5:0 oder 6:0 gewinnen. Wichtig ist die Einstellung und die Mannschaft hat bis zur letzten Minute versucht, auch das dritte oder vierte Tor zu machen. Ich, der ja auch sehr kritisch mit seinen Spielern umgeht, bin sehr zufrieden."

Mattersburg-Ergebnis unwichtig
Nun kann der Titel am Samstag in der eigenen Arena endlich fixiert werden, ohne dass man das Mattersburg-Ergebnis auch nur wissen muss. "Wir schielen gar nicht auf die anderen, wir haben auch heute nicht geschielt", versicherte Matthäus nach dem Vorarlberg-Gastspiel. Beim Schlusspfiff hatte er seiner Mannschaft aber dennoch mit den Händen das 5:1-Ergebnis in Mattersburg angezeigt. "Es wär' schön gewesen, wenn es hier geklappt hätte, aber ich gehe davon aus, dass es noch schöner sein wird oder könnte, wenn es nächste Woche vor heimischen Publikum gegen den amtierenden Meister der Fall ist, dass die Meisterschaft nach Salzburg geholt wird."

Austria will Salzburger Party zerstören
Austria-Coach Georg Zellhofer versicherte jedoch am Samstagabend nach dem 2:0-Heimsieg der Wiener gegen Pasching, dass man all zu gerne die Salzburger Party zerstören würde. "Wir fahren nach Salzburg, um drei Punkte zu holen", so der Oberösterreicher, der betonte, dass das nur drei Tage später stattfindende Cupfinale gegen Mattersburg in Salzburg "absolut kein Thema" sein werde.

Meisterehrung erst am 20. Mai in Salzburg
Die Ehrung von Meister Red Bull Salzburg wird erst nach dem letzten Saisonheimspiel des Trapattoni-Teams am 20. Mai erfolgen, wie die T-Mobile Fußball-Bundesliga mitteilte. Diese Entscheidung ist laut Bundesliga in Abstimmung mit den Klub-Verantwortlichen von Salzburg getroffen worden.

Offiziell steht die Red-Bull-Mannschaft noch nicht als Meister fest. Salzburg hat aber sechs Runden vor Saisonende 18 Punkte Vorsprung auf Mattersburg und zudem im Vergleich mit den Burgenländern noch eine um 42 Treffer bessere Tordifferenz.

(apa/red)