Noch keine Erkenntnisse zu Einbrechern im
Palais Harrach: Untersuchungen laufen

Spuren-Auswertung und Fingerabdrücke abgewartet 30 Faberge-Eier, 20 Porzellanvasen und Gemälde weg

Nach dem Einbruch im Palais Harrach in der Wiener Innenstadt, bei dem 30 Faberge-Eier, 20 Porzellanvasen und ein Gemälde gestohlen worden waren, gibt es offenbar noch keine Erkenntnisse zu den Tätern. "Wir warten die Auswertung von Werkzeugspuren, Fingerabdrücken und DNA ab", sagte Major Manfred Briegl von der Kriminaldirektion 1. "Die Ergebnisse werden kommende Woche vorliegen."

Die Täter drangen offenbar durch eine Hintertür in die Galerie ein, zum Abtransport der Beute müssen sie ein Fahrzeug verwendet haben. Beobachtungen von Zeugen wurden der Polizei zunächst nicht gemeldet. Der Wert des Diebsguts wurde mit 600.000 bis 800.000 Euro beziffert, wobei Briegl darauf hinwies, dass es sich dabei um den Verkaufswert handelt.

Bei den Kunstgegenständen handelt es sich um Unikate, von denen nun eine Aufstellung angefertigt wird, die via Interpol international zugänglich gemacht wird. Die Täter haben entweder einen Auftragsdiebstahl verübt oder werden versuchen, die Beute auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.

"So wie für Bilder und Barockstatuen ein Schwarzmarkt existiert, gibt es auch einen für Faberge-Eier. Nischen finden sich überall, und Sammler gibt es weltweit", erläuterte der Sprecher des Bundeskriminalamts, Gerald Hesztera. Die Frage ist, wie professionell die Täter vernetzt sind. "Es gibt Leute, die stehlen Kunstgegenstände und stehen dann da, ohne zu wissen, wohin damit. Oder sie haben Kontakte zu Hehlern, an die sie die Beute weit unter deren Wert verkaufen müssen", erklärte Hesztera. "Das war zum Beispiel bei den Engel-Diebstählen vor zwei Jahren in Österreich der Fall. Da wurden Figuren im Wert von 50.000 Euro um ein paar hundert Euro verkauft."

Gestohlene Kunstgegenstände zu einem aus Sicht der Täter angemessenen Preis zu verkaufen ist offenbar gar nicht so leicht. "Die Täter müssen einen Hehler finden, was schwierig ist, da dieser ein großes Risiko auf sich nimmt, wenn er die Gegenstände seinerseits zum Verkauf anbietet. Denn er ist verpflichtet zu prüfen, ob die Ware gestohlen ist", sagte der BK-Sprecher. Das geht unter anderem über die Homepages von Innenministerium und Interpol sowie über eine CD mit der Aufstellung gestohlener Kunstgegenstände, die an Antiquitätenhändler verteilt wird.

(apa/red)