Noch 2 Grünen-Mandate durch Wahlkarten?
SPÖ und FPÖ könnten je 1 Mandat verlieren

Mandatsverlust der SPÖ ist sehr wahrscheinlich Endgültiges Wahlergebnis folgt am 6. Oktober

Noch 2 Grünen-Mandate durch Wahlkarten?
SPÖ und FPÖ könnten je 1 Mandat verlieren © Bild: APA/Fohringer

Die heuer durch die neue Briefwahl stark angestiegenen Wahlkarten-Stimmen werden höchstwahrscheinlich Mandate zwischen den Parteien verschieben. Sehr wahrscheinlich ist, dass die SPÖ von ihren laut vorläufigem Ergebnis 58 Mandaten noch eines an die Grünen (19) abgeben wird. Ist die Rücklaufquote bei der Briefwahl höher als bisher bei den Wahlkarten, könnten die Grünen aber auch noch ein 21. Mandat bekommen - und so mit dem BZÖ gleichziehen, hat der Statistiker Erich Neuwirth berechnet. Dann würde die FPÖ eines ihrer 35 Mandate verlieren.

Heuer ist es freilich schwieriger, die Auswirkungen der Wahlkarten - die auch für die Briefwahl nötig sind - abzuschätzen. Denn einerseits ist die Zahl der ausgegebenen Wahlkarten stark (von rund 420.000 auf 586.000) gestiegen. Andererseits könnte es durchaus sein, dass durch die Briefwahl mehr von diesen Wahlkarten tatsächlich zur Stimmabgabe genützt werden. 2006 wurden rund 260.000 als Wahlkarten-Stimmen (aus dem Ausland bzw. am Sonntag in fremden Wahlkreisen abgegeben) ausgewiesen. Und dann ist freilich noch die Frage, ob die Briefwähler ähnlich abstimmen wie die früheren Wahlkarten-Wähler.

Bisher haben ÖVP und Grüne bei den Wahlkarten-Wählern immer besser abgeschnitten als am Wahlsonntag, SPÖ, FPÖ und BZÖ schlechter. Neuwirths Abschätzung der möglichen Änderungen beruht auf der Annahme, dass die Wahlkarten-Wähler heuer ähnlich abstimmen wie 2006. Kommen noch etwa 350.000 Stimmen zum Endergebnis dazu, würde sich dann das eine Mandat von der SPÖ zu den Grünen verschieben, kommen noch 450.000 Wahlkarten dazu, bekämen die Grünen dann zwei Mandate zu Lasten von SPÖ und FPÖ. Sollten die Unterschiede zwischen Wahlzellen-und Wahlkarten-Wählern aber größer sein als 2006, könnten die Mandatsverschiebungen noch größer ausfallen, erklärte Neuwirth gegenüber der APA.

Wie die Wahlkarten-Wähler heuer votiert haben, wird heute in einer Zwischenauswertung der bis dahin eingelangten Briefwahl-Stimmen und der in fremden Wahlkreis abgegebenen Wahlkarten erhoben;. Am 6. Oktober werden dann noch die zusätzlich bis dahin eingelangten Briefwahl-Stimmen ausgezählt - und am späten Abend endgültig klar sein, wer wie viele Mandate errungen hat. (apa/red)