"No milk today" - Rebellion der Bauern: Landwirte stellen ihre Milchlieferungen ein

Heimische Milchbauern steigen auf die Barrikaden Europa: Protestaktionen gegen niedrige Milchpreise

"No milk today" - Rebellion der Bauern: Landwirte stellen ihre Milchlieferungen ein © Bild: APA/Schlager

Bauern auf den Barrikaden: Ab sofort wird es auch in Österreich einen Milchstreik geben. Die IG-Milch hat bei einer Versammlung bei der Rieder Messe in Oberösterreich einen "Bauernaufstand" zur Unterstützung des von Frankreich ausgehenden europaweit anlaufenden Milchstreiks beschlossen.

In ganz Europa laufen Protestaktionen von Landwirten gegen die niedrigen Milchpreise an. In Frankreich streikten mittlerweile rund 25 Prozent der Milchbauern, sagte ein Sprecher der Erzeugerorganisation APLI. Für ganz Europa lagen dem Dachverband European Milk Board (EMB), zu dem die österreichische IG Milch gehört, zunächst keine Zahlen vor.

Der Ernst der Lage
"Jeder muss selbst entscheiden", sagte der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber. "Die Bauern wissen, wie ernst die Lage ist." Er habe Hinweise auf regionale Beteiligungen. Nach der Sitzung des EU-Agrarrates vom Wochenanfang sei "die Enttäuschung und Wut der Bauern groß", sagte der BDM-Vorsitzende. "Es wurde wieder alles abgeschmettert." Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte den Bauern in Deutschland verboten, zum flächendeckenden Lieferstopp an die Molkereien aufrufen. Dem BDM gehören nach dessen Angaben rund 30.000 und damit etwa ein Drittel der deutschen Milcherzeuger an.

Solidarität in Europa
Sieben Länder hatten sich mit den Franzosen solidarisiert, darunter Österreich, Deutschland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Belgien und das Nicht-EU-Land Schweiz. Mit Lieferstopps und Molkereiblockaden wollen die Milchbauern eine Verdoppelung der Erzeugerpreise und die Senkung der Produktion erzwingen. Der Deutsche Bauernverband lehnt einen Milch-Lieferstopp ab.

Durch die Protestaktionen der IG Milch sperrt die ASFINAG am Montagvormittag vorübergehend mehrere Autobahn-Teilstücke in der Steiermark und in Oberösterreich. Betroffen sind die Pyhrn-Autobahn (A 9), die Semmering-Schnellstraße (S 6) und die Murtal-Schnellstraße (S 36). (apa/red)

Kommentare

melden

Der Milchpreis ist schlecht - dass viele Bauern aber zusätzlich zu den Milchpreisen Unterstützungen bekommen die nicht selten dem Einkommen eines Arbeiters entsprechen wird gerne verschwiegen. Details unter www.transparenzdatenbank.at

melden

Re: Der Milchpreis ist schlecht - RICHTIG! Die Bauern bekommen für zusätzliche Leisungen eine Abgeltung. ( Biologisches Wirtschaften, mähen von Steilflächen, bewirtschaftung der Almen,..) ABER, ich bin mir auch sicher, dass keiner diese Leistungen für die Allgemeinheit billiger macht als die BAUERN!
Auch sieht man in dieser transparenzdatenbank, dass die die wirklich viel Geld bekommen, gar keine Bauern sind! Stiftungen, Aktiengesellschften, GmbH,..

melden

Lieber diwidagg! Dass es vereinzelte Bauern gibt, die sich ihr Geld schwer verdienen sei unbestritten. Trotzdem 2 Anmerkungen zu deiner Antwort:
1. Wenn ein Bauer SEIN Grundstück bearbeitet (zum Beispiel für SEINE Milchproduktion) sehe ich da absolut keine Leistung die ihm die Allgemeinheit zu vergüten hat.
2. Gibt es in meinem Umfeld BAUERN (nicht Stiftungen, AGs, GmbHs) die mehr Unterstützung bekommen als ich in meinem Vollzeitberuf verdiene

melden

Re: Der Milchpreis ist schlecht - 1. Die maht von Steilflächen, das bewirtschaften der Almen, das erhalten und pflegen von Hochmooren hat nicht nur Touristisches, wirtschaftliches allgemeinnutzen sondern vielmehr auch Lawienen- und Murenschutz usw.
2. Glaube ich kaum, dass ein Bauer umgerechnet einen besseren Stundensatz (samt Ausgleichszahlungen) hat als ein Fabriksarbeiter.
Auch ist der Vergleich mit einem Arbeiter gar nicht richtig, da ein Bauer Maschinen und Gebäude benötigt, und diese Kosten zuerst getilgt werden müssen! (also eher vergleichbar mit einem Unternehmer)

melden

Kein Wunder! Zuerst fordert die EU eine hirnlose Überproduktion von
Milch und dann, wenn zu viel vorhanden ist, sollen die
Bauern fast nichts mehr dafür bekommen!

Für wen, außer die Geldtaschen der Politiker in Brüssel,
arbeitet die EU eigentlich wirklich? Was passiert mit den
Milliarden Zahlungen der EU Staaten wirklich? In welchen
Kanälen verschwinden Millionen?


Meine Meinungen!

melden

Re: Kein Wunder! Es verschwinden keine MILLIONEN in finsteren Kanälen, es verschwinden MILLIARDEN!!!!!

melden

Re: Kein Wunder! Die finsteren Kanäle sind Groskonzerne!!! Die EU ist nicht für das Volk als gutes Werk gedacht, sondern für die machenschaften der Groskonzerne! Diese schöpfen aus den Vollen, das kleine Stück vom Küchen was übrig bleibt, um das streiten sich dann alle andern Berufsgruppen samt deren Belegschaft...

Seite 1 von 1