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Höllischer Nippon-Trip:
So spielt sich Nioh

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Exklusiv-Hit für Sonys Spielkonsole

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So spielt sich Nioh © Bild: SIE/KT/Team Ninja

Stürmische Zeiten für PlayStation-Besitzer: Noch bevor sie sich vom Horror-Spektakel Resident Evil 7 erholen können, fegt ihnen mit Nioh der nächste Action-Kracher um die Ohren. Das Fantasy-Abenteuer aus Japan hat es faustdick hinter den Ohren, Ninja-Gene in seiner DNA und begegnet Genre-Größen wie Dark Souls zumindest auf Augenhöhe. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Worum geht's in Nioh?

Die Geschichte von Nioh ereignet sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts und beginnt, wie es für dieses Genre klischeehafter nicht sein könnte: William, blonder Hüne und der Held der Geschichte, ist im Tower of London eingekerkert. Ein Schutzgeist, der ihm erfolgreich bei der Flucht aus dem Kerkerkatakomben behilflich ist, wird ihm letztlich von einem mysteriösen Magier entrissen. Rachegelüste und die Jagd auf ebendiese Person führen William nach Japan.

Es ist ein Japan, in dem reale Geschichte und Sagenwelt eng miteinander verwoben sind: William findet sich einerseits zwischen den Fronten zweier mächtiger Clans vor. Andererseits muss sich der blonde Samurai gegen ein Heer von Yokai behaupten - Dämonen, die übers Land ziehen, weil das Chaos des Clan-Krieges sie angelockt hat.

Soviel zum Background. Spielerisch kann man sich Nioh als Mischung aus Ninja Gaiden, Dark Souls und ein bisschen Witcher vorstellen. Eine Bombenmischung, die so auch hält, was sie verspricht: Auf der Suche nach dem Schutzgeist und seinem Entführer bestreitet William dutzende Missionen, in denen er Horden menschlicher und dämonischer Gegner beseitigen muss.

Was macht den Reiz von Nioh aus?

Wie Dark Souls weckt auch Nioh den Entdecker und Abenteurer im Spieler. Nichts wird vorgekaut, alles muss selbst erforscht werden. Was verbirgt sich hinter der nächsten Ecke? Wo lauert der nächste Endgegner auf? Gibt es hier eine Abkürzung, die den beschwerlichen Weg zum nächsten Speicherpunkt vereinfacht? Was glitzert da am Ende des Ganges? Man kann es nur selbst herausfinden. Oder lässt es besser gleich sein.

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Im Gegensatz zu Dark Souls ist Nioh allerdings in praktische Missions-Häppchen verpackt, die mal länger aber auch mal kürzer ausfallen können. Einen wesentlichen Anreiz machen am Ende mancher Missionen wieder einmal die Boss-Kämpfe aus, die spektakulär aufgemacht sind und eine spezielle Taktik erfordern, um erfolgreich daraus hervorzugehen.

Welche Besonderheiten bietet Nioh?

Zwei Eigenschaften zeichnen Nioh besonders aus. Zum einen nutzt das Spiel für den Level-Aufstieg des Charakters ein tückisches Seelensystem: Für besiegte Gegner erhält William eine bestimmte Anzahl an (Seelen-)Punkten, die gegen dauerhaft verbesserte Fähigkeiten eingetauscht werden können. Stirbt William, hinterlässt er an der Todesstelle ein "Seelengrab" mit allen Punkten und hat vom letzten Speicherpunkt startend die Chance, die Punkte wieder zu holen. Die meisten Gegner sind nach einem Game Over aber in der Regel auch alle auferstanden und machen william wieder das Leben schwer. Eine süchtigmachende Spielmechanik, die sich schon in Dark Souls bewährt hat.

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Einzigartig macht Nioh die Individualisierbarkeit der wählbaren Kampfstile. Es ist dem Spieler zunächst frei überlassen, ob er sein Abenteuer als Samurai, Ninja, Magier oder mit einem Mix dieser Ausrichtungen bestreiten möchte. Und kann entsprechende Ausrüstung auch jederzeit in eine bestimmte Richtung fokussieren. In einem weiteren Schritt ist die Wahl der bevorzugten Waffe von Bedeutung, da die besonderen Fähigkeiten jeder Waffengattung im Spiel erlernt werden müssen. Im Spiel selbst - und das kann als die größte Neuerung bezeichnet werden - macht es letztlich auch einen Unterschied, in welcher von drei Haltungen man kämpft. Sie sind ausschlaggebend dafür, wie effektiv man einen Widersacher bezwingen kann.

Wie schwer ist Nioh?

Das Spiel bietet eine Menge Herausforderungen, die kein Pappenstiel sind. Alle Aufgaben sind lösbar und fair, erfordern allerdings zumeist eine smarte Herangehensweise. Wer blind drauf losstürmt, wird in der Regel nicht weit kommen. Und auch mit Vorsicht im Gepäck kann es öfters zum Game Over kommen, bis man eben die richtige Taktik gefunden hat. Das gehört zu diesem Spielprinzip dazu.

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Verglichen mit anderen zeitgemäßen Spielen passt Nioh vom Schwierigkeitsgrad her ganz gut zu den Spielen, von denen es inspirieren ließ. Ninja Gaiden und Dark Souls. Wer einen der beiden Titel schon mal gespielt hat, wird sich darin pudelwohl fühlen.

Für wen ist Nioh also geeignet?

Wie bei Dark Souls benötigt man auch in diesem Fall zwei Dinge: Viel Geduld und viel Zeit. Rückschläge und besonders knackige Boss-Fights sind fest im Alltag von Nioh verankert. Wer hin und wieder zwischendurch mal was spielen möchte, wird mit Nioh schlecht beraten sein, denn nicht nur Spiel- und Kampfsystem, sondern auch Item-Management sind eine Herausforderung, die Zuwendung benötigt, um Spielspaß herauszuholen.

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Hat Nioh einen Mehrspieler-Modus?

Jein. Klassische Mehrspieler-Varianten, wo man zum Beispiel in Arenen gegeneinander antreten kann, gibt es nicht. Noch nicht. Ein PvP-Modus soll aber zu einem späteren Zeitpunkt mit einem kostenlosen Update nachgereicht werden.

Neben asynchronem Punktesammeln im "Clan Battles"-Modus soll es aber noch die Möglichkeit geben, zufällige Spieler beim Speicherpunkt für schwierige Passagen oder Endgegner heraufzubeschwören. Umgekehrt sollen sich Spieler auch gegenseitig das Leben schwer machen können, in dem sie in anderen Spielwelten herumgeistern. Im Test vor dem offiziellen Release des Spiels funktionierten diese Spielart allerdings noch nicht.

Wie lange dauert Nioh?

Nach 25 Stunden Spielzeit war im Test noch kein Ende in Sicht. Game Director Fumihiko Yasuda sprach im Oktober letzten Jahres davon, dass man im Schnitt 70 Stunden benötigen werde, um das Ende des Abenteuers zu erreichen. Nicht einberechnet sind dabei beispielsweise Zusatzmissionen oder die sogenannten Zwielichtmissionen, die als Art Remix bestandener Missionen mit besonders hohem Schwierigkeitsgrad zu verstehen sind.

Wie ist die Grafik gelungen?

Aus technischer Sicht ist Nioh eine echte Augenweide und kratzt an der Referenz wie man es von Entwickler Team Ninja meistens gewohnt ist. Auf der PlayStation Pro kann man sich sogar aussuchen, ob man den Fokus auf schnelle und flüssige Bildwiederholrate legen oder lieber eine hohe Auflösung ausreizen möchte.

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Ohne entsprechendes Artdesign wäre das aber nur die halbe Miete. Die unterschiedlichen Szenarien sind genauso detailverliebt und fantasievoll zum Leben erweckt worden wie die Kreaturen, die im Spiel auf William losgelassen werden. Man fühlt sich buchstäblich wie in einem japanischen Märchenbuch gefangen. Und das in positivstem Sinne.

Auf welchem System ist Nioh am besten?

Nioh ist ein Exklusiv-Titel für die PlayStation 4 sowie die Pro-Version der Konsole und bleibt dies auch mittelfristig. Am wahrscheinlichsten könnte noch eine PC-Version sein, allerdings dürfte auch die noch länger auf sich warten lassen. Besitzer einer Xbox One gehen vorerst definitiv leer aus.

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Gibt es Alternativen zu Nioh?

Jein. Streng gefasst ist in diesem Fall nur die Souls-Serie als Plan B zu empfehlen: Dazu zählen das Erstlingswerk Demon's Souls (PS3 only), der Meilenstein Dark Souls, das Spinoff Bloodborne (PS4 only)sowie das "Best of" in Form von Dark Souls 3.

Schielt man auf die Fantasy-Konkurrenz gibt es eigentlich nur einen aktuellen Titel, der ähnlich hochwertig produziert ist: The Witcher 3 - Wild Hunt. Legt man wiederum besonderen Wert auf das fernöstliche Setting, sollte unbedingt die Trilogie von Ninja Gaiden ins Auge gefasst werden. Ist man Oldies nicht abgeneigt, ist das legendäre Rollenspiel Jade Empire in Betracht zu ziehen.

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Nioh ist ab 8. Februar 2017 exklusiv für PlayStation 4 erhältlich und kostet rund 70 Euro. Die Testversion des Spiels wurde der Redaktion von Sony zur Verfügung gestellt.

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