Übernahme von

Niki: Verhandlungen mit
vier von sechs Bietern

Gläubigerausschuss hat über Angebote entschieden

Fluglinie Niki © Bild: APA/AFP/ALEX HALADA

Am Freitag ist bekanntgeworden, welche Unternehmen die Chance haben, die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki zu übernehmen. Mit vier von sechs Bietern will man in die Endverhandlungen gehen.

Der Verkauf der insolventen Fluglinie Niki befindet sich auf der Zielgeraden. Der Insolvenzverwalter Lucas Flöther verhandle noch mit vier Bietern über die Übernahme der Air-Berlin-Tochter, hieß es heute, Freitag, nach einer Sitzung des Niki-Gläubigerausschusses. Namen wurden mit Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht nicht genannt.

»Ich glaube, wir sind dabei - bestätigt ist das noch nicht, aber es schaut zumindest so aus«

Ob der österreichische Airline-Gründer und Ex-Formel-1-Pilot Niki Lauda noch im Rennen ist, ist derzeit noch unklar: "Ich glaube, wir sind dabei - bestätigt ist das noch nicht, aber es schaut zumindest so aus", sagte Lauda Freitagnachmittag zur APA.

Keine Stellungnahme von Air Berlin

Wie die Nachrichtenagentur Reuters von zwei Insidern erfuhr, handelt es sich bei einem weiteren der Interessenten um den britisch-spanischen Konzern IAG, die Mutter der British Airways und des Billigfliegers Vueling. Als mögliche Käufer wurden zuletzt auch der Reisekonzern Thomas Cook mit seiner Tochter Condor sowie TUIfly gehandelt. Air Berlin, IAG und Condor lehnten Stellungnahmen ab. Von TUI war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

»Der vorläufige Gläubigerausschuss von Niki hat Flöther heute beauftragt, zunächst mit vier der Bieter in die Endverhandlungen für einen Kaufvertrag einzutreten«

Flöther teilte zudem mit, sechs "strategische Interessenten" hätten Angebote für weite Teile des Geschäftsbetriebs vorgelegt. Davon seien fünf Offerte verbindlich. "Der vorläufige Gläubigerausschuss von Niki hat Flöther heute beauftragt, zunächst mit vier der Bieter in die Endverhandlungen für einen Kaufvertrag einzutreten."

Großes Interesse der Bieter

Der Verwalter hat demnach Zeit bis Ende Dezember, eine Investorenlösung für den Niki-Geschäftsbetrieb zu finden. "Die Aussichten dafür stehen gut", sagte Flöther. "Das Interesse der Bieter ist groß, und ich bin zuversichtlich, das es möglich ist, große Teile des Geschäftsbetriebes und zahlreiche Arbeitsplätze in Österreich und Deutschland zu erhalten."

»Die Behörden waren sehr aufgeschlossen und entgegenkommend«

Flöther hat den Angaben zufolge am Mittwoch in Wien Gespräche mit hiesigen Aufsichtsbehörden geführt. "Die Behörden waren sehr aufgeschlossen und entgegenkommend", sagte er. "Sollten wir bis Ende Dezember einen unterschriftsreifen Vertrag haben, ist es sogar möglich, dass die Frist noch um ein paar Tage verlängert wird." Für Käufer ist es wichtig, dass die attraktiven Start- und Landerechte von Niki - die sogenannten Slots - nicht verfallen.

Großer Zeitdruck

Dennoch herrscht Zeitdruck: Niki brauche dringend frisches Geld, um die laufenden Kosten zu decken, die trotz der Einstellung des Flugbetriebs täglich anfielen, hieß es weiter. "Ein Investor muss deshalb bereit und in der Lage sein, noch vor dem Betriebsübergang ("Closing") die Mittel zur Verfügung zu stellen, die für den laufenden Betrieb benötigt werden." Dies hätten die Bieter, mit denen nun weiter verhandelt werde, auch in Aussicht gestellt. "Ohne diese Finanzierung wäre eine Betriebsstilllegung nicht zu vermeiden."

Die österreichische Airline Niki soll bis spätestens Anfang Jänner verkauft werden. Vor mehr als einer Woche hatte sie Insolvenz angemeldet, nachdem die Übernahme durch die deutsche AUA-Mutter Lufthansa wegen Bedenken der EU-Wettbewerbshüter geplatzt war. Niki gilt als besonders attraktiver Unternehmensteil der ebenfalls insolventen Air Berlin.

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