Niki Lauda und seine FPÖ-Abrechnung: Zufallstreffen wird zu besonderem Polittalk

Kommentar von Chefredakteur Atha Athanasiadis

Es war ein lauer Abend. Es war spät. Und trotzdem wollte niemand nachhause gehen. Es war eine dieser perfekten Nächte. Entspannt und einfach schön. Ein Abend, der selbst die notorischen Frühnachhausegeher in seinen Bann zog.

Niki Lauda und seine FPÖ-Abrechnung: Zufallstreffen wird zu besonderem Polittalk © Bild: news.at/NEWS/Herrgott

Niki Lauda ist so einer. Einen Gesichtsbader nennt man ihn. Einen, der kurz kommt, grüßt und spätestens um 21 Uhr zuhause mit seinen Hunden zur letzten Gassirunde aufbricht. Am Montagabend beim „Format“-Sommerfest im Wiener Palais Liechtenstein war Lauda sogar nach Mitternacht noch da. Und zufällig, wie so oft, kam es zu einer spannenden Begegnung: Niki Lauda, Österreichs berühmteste Sportlegende, traf auf Laura Rudas, Österreichs spannendste Politnachwuchshoffnung. Lauda war erregt, weil u. a. Rechtspolitiker Martin Graf im Parlament im Präsidium sitzen darf und dies kaum einen erzürnt, und Laura Rudas war erstaunt, just in Lauda einen Gleichgesinnten in ihrem Kampf gegen Rechts gefunden zu haben. Spontan schalteten die Kollegen von news.at ihre Kameras wieder ein, Society-Chefin Isabella Großschopf drückte auf die Aufnahmetaste, und Niki Lauda legte los. So wie er es immer tut und wofür ihn ganz Österreich liebt. Ehrlich, ungeschminkt und mit einem feinen Sensorium für das, was gut und richtig ist. Und irgendwann regte sich Niki Lauda über die FPÖ und Martin Graf derart auf, dass plötzlich dieser eine Satz fiel: „Dieser ganze braune Sch…!“ Jetzt kann man nur sagen: Jawohl! Lauda, Sie haben Recht. Aber Lauda wäre nicht Lauda, hätte er uns am Dienstag nicht nochmals kurz angerufen: „Streicht den Satz aus dem Interview. Der Rest muss bleiben. Aber: Sch… sagt man nicht.“ Und so kam es, dass Sie im Interview auf S. 24 diesen Satz nicht lesen werden – aber auf news.at sehr wohl hören und sehen können. Weil Filme halt nicht so leicht schneidbar sind. „Egal“, sagte Lauda, als wir ihm das sagten, „ich will es nur nicht gedruckt sehen.“ Schade. Denn er hat Recht. Wie so oft ist Lauda genau am Punkt.