Nigeria von

Anschlag auf UNO-Büro

Fahrzeug rammt Eingangstor - Mindestens 16 Todesopfer und 60 Verletzte

Nigeria - Anschlag auf UNO-Büro © Bild: Reuters

Bei einem Bombenanschlag auf ein UNO-Gebäude in Nigerias Hauptstadt Abuja am Freitag sind mindestens 16 Menschen getötet und etwa 60 verletzt worden. Zunächst bekannte sich niemand zu der Bluttat. In der Vergangenheit hatten radikale Islamisten wiederholt tödliche Anschläge im bevölkerungsreichsten Land Afrikas verübt. Zu dem Anschlag hat sich radikalislamische Sekte Boko Haram bekannt.

"Durch die Weisheit Allahs haben wir den Angriff mit absoluter Präzision durchgeführt," sagte ein Mann, der sich als Sprecher der Sekte ausgab und seinen Kampfnamen mit Abu Darda angab, am Freitagabend in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Er sagte weiter, die Gruppe habe die Vereinten Nationen mehrmals zu einem ihrer Hauptziele erklärt. Ob der Mann tatsächlich im Namen der Sekte sprach, ist nicht geklärt.

Nach Augenzeugenberichten hatte ein Attentäter ein Auto oder einen Lastwagen mit einer Bombe auf das UNO-Gelände gelenkt und das Gebäude gerammt. Es war unklar, wie der Mann die bewachten Sicherheitstore überwinden konnte.

Obama: "Feige Tat"
UN-Generalsekretär General Ban verurteilte den Anschlag "auf jene, die ihr Leben der Hilfe für andere gewidmet haben". Es sei ein "absolut entsetzlicher" Anschlag. US-Präsident Obama hat das Attentat als "feige und schreckliche Tat" bezeichnet. Die EU verurteilte die "unsinnige Gewalt gegen die UN und ihr Personal". Nigerias Präsident Goodluck Jonathan sprach von einem "verachtenswerten Angriff" auf das Ziel der UN nach Frieden und Sicherheit. Er ordnete erhöhte Sicherheitsvorkehrungen für Abuja an.

In der Vergangenheit hatte die radikalislamistische Gruppe Boko Haram mehrere Terroranschläge in Nigeria verübt. Erst zum Jahresbeginn 2011 waren bei einer Serie von Anschlägen in Abuja etwa 30 Menschen ermordet worden. Mitglieder der Boko Haram verübten zudem in mehreren Städten Anschläge auf Polizeistationen. In den vergangenen Jahren hatten vor allem Gewaltausbrüche zwischen Muslimen und Christen Hunderte Tote gefordert. Christen und Muslime stellen jeweils die Hälfte der Bevölkerung.