Nigeria von

30 Christen getötet

Fanatiker machen weiter Jagd. Islamistische Sekte rastet immer mehr aus.

Nigeria - 30 Christen getötet © Bild: Reuters/Akinleye

In Nigeria machen Fanatiker weiter Jagd auf Christen. Seit Donnerstagabend wurden im Norden des Landes etwa 30 Christen getötet, davon 17 bei einem Überfall auf Trauergäste am Freitag in der Stadt Mubi. Im Namen der islamistischen Sekte Boko Haram bekannte sich ein Anrufer bei der Nachrichtenagentur AFP zu den Anschlägen und verwies darauf, ein Ultimatum an die Christen zum Verlassen des Nordens sei abgelaufen.

Beim jüngsten Angriff auf eine Kirche in der Stadt Yola im Bundesstaat Adamawa wurden mindestens acht Menschen getötet. Krankenhausmitarbeitern zufolge wurden acht bis zehn Leichen in das Spital eingeliefert. Über die Zahl der Verletzten könne er keine Angaben machen, sagte ein Krankenhausmitarbeiter. Ein Anwohner sagte, Ziel des Angriffs sei eine christlich-apostolische Kirche im Stadtzentrum gewesen. Yola ist die Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaats.

Der folgenschwerste Überfall der Anschlagsserie ereignete sich am Freitag in Mubi, ebenfalls in Adamawa. Nach Angaben von Bewohnern stürmten Bewaffnete dort ein Haus, in dem sich Trauergäste aus der christlichen Volksgruppe der Igbo versammelt hatten. Diese wollten Abschied von einem der fünf Toten eines Überfalls vom Vorabend nehmen. Bewohner sprachen von 17 Toten, die Polizei von zwölf.

Bewaffnete stürmen Kirche
Am Donnerstagabend stürmten Bewaffnete eine Kirche in der Stadt Gombe im Nordosten des Landes und erschossen sechs Menschen, wie Pastor John Jauro sagte. Er habe den Gottesdienst gehalten, als die Angreifer gekommen seien, sagte Jauro, seine Frau sei unter den Toten. "Unsere Augen waren geschlossen, als einige Bewaffnete in die Kirche stürmten und das Feuer auf die Gemeindemitglieder eröffneten." Zehn weitere Menschen seien verletzt worden.

"Wir sind für die Angriffe von Mubi und Gombe verantwortlich", sagte Abul Qaqa, der sich in den vergangenen Wochen wiederholt im Namen von Boko Haram zu Wort gemeldet hatte. Der von der Regierung verhängte Ausnahmezustand werde Boko Haram nicht daran hindern, "überall hinzugehen, wo wir hingehen wollen".

In Nigeria gab es in den vergangenen Wochen und Tagen vermehrt Angriffe auf Christen. An Weihnachten waren bei mehreren Anschlägen auf Christen mindestens 49 Menschen getötet worden. Zuletzt hatte die Sekte Christen im weitgehend muslimischen Norden des Landes gedroht und diese aufgefordert, binnen drei Tagen die Region zu verlassen. Einen Tag vor dem Ultimatum am Sonntag hatte Präsident Goodluck Jonathan den Ausnahmezustand in Teilen von vier besonders von der Gewalt betroffenen Bundesstaaten ausgerufen.

Kommentare

Bald sieht man wer gewinnt. Tippe da mal auf die Muslime. Da kann man dann in etwa ablesen wie es den Europäern in Europa ergeht in nicht allzu ferner Zeit.

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