Niessl zum Verkauf der Bank Burgenland: Kovats überlegt sein Angebot noch einmal

LH: Das Engagement des Industriellen "wackelt" SPÖ-Chef mit Kritik an ÖVP, FPÖ und den Grünen

Niessl zum Verkauf der Bank Burgenland: Kovats überlegt sein Angebot noch einmal

Das Angebot des Industriellen Mirko Kovats zum Kauf der Bank Burgenland sei zwar nicht völlig vom Tisch, Kovats werde sich sein Angebot aber "noch einmal überlegen", teilte Landeshauptmann Hans Niessl am Dienstag Nachmittag mit. Kovats hatte zu Mittag nochmals in Eisenstadt Gespräche geführt. Kovats habe sich enttäuscht darüber gezeigt, dass sein Angebot zum Kauf der Bank offensichtlich keine Mehrheit im Landtag finde, so Niessl in einer Aussendung.

Da sich aus dem Beschluss von ÖVP, FPÖ und Grünen zur Prüfung des Verkaufs durch den Bundesrechnungshof eine zu große zeitliche Verzögerung ergebe, würden darüber hinaus geplante Investitionen und damit verbunden bis zu 200 Arbeitsplätze am Standort Großpetersdorf "wackeln". Kovats sehe sich nunmehr gezwungen, einen Standort in der Slowakei zu prüfen, da er die in Aussicht gestellten Investitionen im Burgenland mit dem Kauf der Bank Burgenland junktimiert habe.

Niessl erklärte, er sehe sich in seiner Befürchtung bestätigt, dass das offensichtlich wahltaktische Verhalten von ÖVP, FPÖ und Grünen auf Kosten von zusätzlichen Investitionen und neuen Arbeitsplätzen im Land gehe. Insbesondere der Landeshauptmannstellvertreter werde erklären müssen, warum er als Wirtschaftsreferent gegen Investitionen und neue Arbeitsplätze im Land sowie gegen die beste Lösung für die Bank Burgenland sei, hieß es in der Aussendung.

Kovats: Angebot bleibt "kurzfristig" aufrecht
Der Industrielle Mirko Kovats will sein Kaufangebot für die Bank Burgenland vorerst nicht zurückziehen. Das Anbot bleibe "kurzfristig möglicherweise schon" aufrecht, sagte Kovats am Dienstagnachmittag gegenüber dem ORF Burgenland.

Was derzeit ablaufe, sei für ihn "nicht zu kommentieren". Er sei gewohnt, als Unternehmer Transaktionen durchzuführen und habe "für Sonstiges keine Zeit". Er werde aber sicher noch kurzfristig interessiert sein.

Am Mittwoch habe er nach Großpetersdorf fahren wollen wegen einer Investition mit 200 Mitarbeitern im Automotive-Bereich. "Ich habe umdisponiert. Ich fahre morgen in die Mittelslowakei, um mir ein Grundstück zu sichern", erklärte Kovats gegenüber dem ORF Burgenland.

Wie lange seine Geduld begrenzt sei, entscheide er "zum gegebenen Zeitpunkt". Eine Überprüfung des Kaufvertrages durch den Bundesrechnungshof schrecke ihn "überhaupt nicht", meinte Kovats.

Freiheitliche für eine Deadline
Indessen verkündeten die Freiheitlichen ihrerseits eine "Deadline" für den Deal: Kovats solle sich bis Freitag dieser Woche definitiv entscheiden. Ansonsten fordere man eine Neuausschreibung des Verkaufs und ein öffentliches Bieterverfahren, erklärten FPÖ-Chef Johann Tschürtz und Klubobmann Manfred Kölly bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

Wenn es zu keinem Regierungsbeschluss über den Verkauf komme, weil Kovats es sich noch "anders überlege", würde der am Montag im Landtag beschlossene Antrag obsolet - und damit auch die von den Freiheitlichen verlangte Rechnungshofprüfung des Kaufes. Das könne "nicht sein", so Tschürtz.

Die Forderung nach einer Neuausschreibung wolle man mit Hilfe eines Sonder-Landtages durchsetzen. Eine definitive Zusage von anderen Parteien, dieses Vorhaben zu unterstützen, gebe es noch nicht, so Landesparteisekretär Norbert Hofer. Nach ersten Gesprächen sei er jedoch "sehr zuversichtlich".

(apa/red)