Deutschland von

Steinbrücks Schicksalswahl

Für den Kanzlerkandidaten der SPD geht es bei der Landtagswahl schon um alles

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. © Bild: APA/EPA/Julian Stratenschulte

In den öffentlichen Erklärungen wird Gelassenheit demonstriert. Doch intern liegen bei vielen in der deutschen SPD die Nerven blank. Die heutige Landtagswahl im Bundesland Niedersachsen könnte angesichts der desaströsen Umfragewerte für die Partei und ihren Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück schicksalhaft werden.

Noch hoffen die Sozialdemokraten, dass es mit dem Machtwechsel in Hannover klappt. Doch ob sich der Einsatz tatsächlich lohnt - da sind sich längst nicht alle sicher. Womöglich werden nur wenige tausend Stimmen über Triumph oder Debakel entscheiden, sagen letzte interne Umfragen voraus. Ziel ist es, die christlich-liberale Landesregierung abzulösen und nach zehn Jahren wieder in Hannover an die Macht zu kommen.

Dringend nötiger Erfolg

Bei einem Erfolg würde sich zumindest die zunehmend miese und teilweise bis ins Depressive reichende Stimmung in der SPD schlagartig ändern. Die glücklosen Anfangsmonate von Peer Steinbrück wären wohl zumindest in den eigenen Reihen erst einmal verziehen.

Die Sozialdemokraten könnten mit neuem Selbstbewusstsein und Schwung in das Bundestags-Wahljahr starten. Falls CDU-Amtsinhaber David McAllister abtreten müsste, wäre aus Sicht der Sozialdemokraten auch für das Duell mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Herbst der Beweis erbracht, dass ein populärer Regierungschef nicht genügt, um Wahlen zu gewinnen. Die Bundestagswahl findet voraussichtlich am 22. September statt.

Folgen einer Niederlage nicht absehbar

Wird dagegen das Votum zum Debakel für die SPD, sind nicht einmal die kurzfristigen Folgen ganz absehbar. Zwar hat die gesamte Parteispitze schon vorneweg Gelübde abgelegt, dass sie weiter ohne Wenn und Aber zu ihrem Spitzenkandidaten steht. Doch was solche Treueschwüre wert sind, dürfte sich frühestens am Wahlabend in den abgeschirmten oberen Etagen der Berliner SPD-Zentrale zeigen. Die unkalkulierbare Dynamik solcher Prozesse hat die oft staunende Partei in den zurückliegenden Jahren wiederholt erlebt.

Trotz aller Unwägbarkeiten gilt es aber als unwahrscheinlich, dass Steinbrück bei einem besonders bitteren Resultat entnervt noch am Wahlabend das Handtuch wirft. Für die Partei wäre eine Auswechslung wohl auch keine Lösung. Überzeugender Ersatz steht auf die Schnelle nicht zur Verfügung. In einem Notfall müsste wohl Parteichef Sigmar Gabriel einspringen, um zu versuchen, noch das Beste aus einer dann ziemlich aussichtslosen Lage zu machen.

Festgesetztes Negativbild

Doch auch bei einem Erfolgserlebnis in Niedersachsen kann die SPD nicht unbedingt darauf setzen, dass sich ihr Blatt für die Wahl im Herbst bereits grundlegend gewendet hat. Steinbrücks dramatisch abgestürzte Beliebtheitswerte würden zunächst kaum steigen. Die Parteistrategen wissen, wie schwer es ist, von einem Negativbild, dass sich in der Öffentlichkeit und in Medien festgesetzt hat, wieder wegzukommen.

Derzeit sieht es nicht so aus, dass die SPD aus eigener Kraft den großen Stimmungsumschwung noch schaffen wird. Doch erfahrene Wahlkämpfer wissen auch, dass acht Monate in der Politik fast eine Ewigkeit sind. Bis zur Bundestagswahl im September kann es durchaus noch ganz neue Ereignisse und Wendungen geben, die die Meinungsbildung der Bevölkerung viel stärker beeinflussen.

Kommentare

Es muss dringenst ein Sieg von Rot-Grün erfolgen. Nur so ist gewährleistet, dass Niedersachsen weiterhin mit Migranten geflutet werden kann um die Rechtsextremen weiter auszudünsten. Die Durchmischung der Bevölkerung mit Migranten muss mindestens den Durchmischungs-Standard der deutschen Gefängnisse erreichen. Nur so ist der Aufbau einer bunten Republik gewährleistet.

Merkel hat mit den "alternativlos" nonsens gigantische Verpflichtungen angehäuft. Die deutsche Autoindustrie kann in der nächsten Ölkrise zusammen brechen. Nichts getan um das Land zukunftsfähig zu machen.

Wer als größte Oppositionspartei gegen diese Leistung verliert, der ist politisch absolut unfähig.

Es ist nötig die Politiker zu schulen was die Aufgaben der Politik sind, was von einem Politiker erwartet wird. Darüber einiges in meinem Buch:
http://calculation-error.org/index_g.htm

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