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13.800 Zigaretten beschlagnahmt

Zoll entdeckte Schmuggelware in doppeltem Anhängerboden auf der A1 bei St. Pölten

Schmuggelanhänger mit 13.800 Zigaretten sichergestellt © Bild: APA/BMF

Sollte es Kalkül gewesen sein, dass das Schmuggeln von Zigaretten in der Nacht eher unbemerkt bleibt, dann haben die Verdächtigen die Rechnung ohne Wirt, sprich: Zoll, gemacht. 13.800 Zigaretten haben Beamte in der Nacht auf Montag auf der Westautobahn (A1) bei St. Pölten bei einem Kleinbus mit deutschen Kennzeichen sichergestellt. Die Tabakwaren steckten im doppelten Boden eines Anhängers.

Das Team des Zollamtes St. Pölten Krems Wiener Neustadt war mit den Diensthunden "Spike" und "Kimi" am Montag gegen 3.30 Uhr auf der A1 unterwegs, als den Beamten der Kleinbus auffiel. Das Fahrzeug hatte einen Anhänger dabei, auf dem die Insassen - fünf serbische Staatsbürger im Alter von 40 bis 50 Jahren - einen weiteren Hänger transportierten. Die Zöllner hielten den Bus an und kontrollierten ihn.

Diensthunde fanden Schmuggelware sofort

"Spike" und "Kimi" schlugen bei dem verladenen Anhänger sofort an. Die Zöllner entdeckten, dass das Gerät einen doppelten Boden aufwies. In dem Versteck befanden sich 70 Stangen mit 13.800 Zigaretten ausländischer Herkunft. Außerdem fanden die Ermittler ein gebrauchtes Getriebe eines BMW, das laut dem Lenker in der EU ohne vorherige Anzeige und damit vorschriftswidrig repariert worden war.

Schmuggelanhänger mit 13.800 Zigaretten sichergestellt
© APA/BMF Rund 70 Stangen Zigaretten wurden sichergestellt.

Die Zöllner beschlagnahmten den Anhänger und erklärten ihn wegen des eingebauten Versteckes für verfallen. Die fünf Insassen des Busses wurden angezeigt. Ihnen droht laut Finanzministerium eine Strafe von bis zu 6.000 Euro. Außerdem dürften sie die auf den Rauchwaren lastenden Abgaben in Höhe von 3.000 Euro entrichten müssen.

Zigaretten vermutlich gefälschte Ware

Bei den Zigaretten handelte es sich vermutlich um gefälschte Waren. Für Finanzstaatssekretär Jochen Danninger (ÖVP) war der Aufgriff daher Anlass, um auf die Gefahren durch gefälschte Produkte aufmerksam zu machen: "Neben den erfolgreichen Zollkontrollen am Flughafen Wien bestätigt dieser Aufgriff einmal mehr, wie wichtig Kontrollen auch im Landesinneren sind. Vor allem stellt Produktpiraterie wie zum Beispiel Medikamenten- oder Tabakfälschungen eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar. Wie erfolgreich unser österreichischer Zoll arbeitet, zeigt, dass 25 Prozent aller Arzneimittelaufgriffe in der EU durch die Beamtenschaft des heimischen Zolls erfolgt."

Analysen haben bereits 2010 ergeben, dass in gefälschten Tabakwaren bis zu 60 Prozent mehr Teer, 80 Prozent mehr Nikotin und 130 Prozent mehr Kohlenmonoxid enthalten als erlaubt ist. Daneben würden oft eklige Zugaben wie Tierkot, Plastik, Milben oder Insekten, ja sogar Rattengift enthalten sein. Nicht zuletzt deshalb wird die Gesundheitsgefahr bei gefälschten Zigaretten als besonders hoch eingeschätzt.

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