Niederösterreich-Wahl von

Absolute für Erwin Pröll

ÖVP hält Absolute in Stimmen und Mandaten - Schwere Niederlage für die SPÖ

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    Jubel bei der ÖVP

    Erwin Pröll gelang es die absolute Mehrheit der ÖVP zu halten. Sowohl in Mandaten, als auch in Stimmen mit mehr als 50 Prozent.

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    20 Jahre sind nicht genug

    Vor mehr als zwanzig Jahren wurde Erwin Pröll Landeshauptmann in Niederösterreich. Nun kann er eine weitere Legislaturperiode mit absoluter Mehrheit regieren.

Die Landtagswahl in Niederösterreich hat die von der ÖVP erhoffte Verteidigung ihrer absoluten Mehrheit - in Stimmen wie auch in Mandaten - gebracht. Und das trotz Verlusten für die Partei von Landeshauptmann Erwin Pröll: Mit einem Ergebnis von 50,8 Prozent büßte sie gegenüber dem letzten Urnengang von 2008 3,59 Prozentpunkte ein. Die SPÖ verschlechterte sich weiter und kam mit einem Verlust von 3,92 Prozentpunkten auf das historisch schlechteste Ergebnis von 21,59 Prozent. Vorläufiges Ergebnis: ÖVP 50,8; SPÖ 21,59; Team Stronach 9,83; FPÖ 8,21; Grüne 8,04, die Wahlbeteiligung lag bei 70,75 Prozent.

Der Volkspartei konnte es letztlich nichts anhaben, dass alle anderen Parteien in erster Linie das Ziel verfolgt hatten, dass die „Absolute“ gebrochen werden müsse. Die Diskussionen um die Veranlagungen der Wohnbaugelder verursachten ebenfalls keinen merkbaren Schaden. Dass bei einer weiteren Partei (Team Stronach), die nun in den Landtag in St. Pölten einzieht, nicht neuerlich ein Plus vor dem Ergebnis zu erwarten war, wie zuvor dreimal in Serie, lag in der Natur der Sache. Den Triumph perfekt machte, dass der ÖVP letztlich sogar die sechs Sitze in der NÖ Landesregierung erhalten blieben.

© APA Vorläufiges Endergebnis
© APA So wählte Niederösterreich

„Und fünfjährlich grüßt das Murmeltier“: Daran musste sich an einem neuerlich „schwarzen Sonntag“ die SPÖ erinnert fühlen. Stand 2008 ein Minus von acht Prozentpunkten vor dem Ergebnis, waren es diesmal weitere 3,9. Mit jetzt nur mehr 21,6 Prozent haben die Sozialdemokraten in Niederösterreich ihren schon zuvor historischen Tiefstand noch einmal unterboten. Bereits am Montag tagen mit Präsidium und Vorstand die Parteigremien. Eine Personaldiskussion wie vor fünf Jahren, als Sepp Leitner auf Heidemaria Onodi folgte, scheint unausweichlich.

Desaster für die SPÖ

Erste Kommentare aus den roten Reihen noch am Abend des Wohlsonntags ließen das bereits erahnen. Dass die aus der Partei ausgeschlossene ehemalige Staatssekretärin und Landesrätin Christa Kranzl offen die Aufforderung zum Rücktritt an Leitner richtete ("wenn ihm etwas an der SPÖ liegt"), überraschte wenig.


Die SPÖ liegt in Niederösterreich seit Sonntag 29,2 Prozentpunkte hinter der ÖVP. Das ist der größte Abstand, den es jemals gegeben hat. Zur Erinnerung: 1979 waren die beiden Parteien nur durch 4,2 Prozentpunkte getrennt.

Niederlage für Strache

Am Einzug des Team Stronach in den Landtag war zwar nicht gezweifelt worden, mit Platz drei überraschte die Neo-Partei dennoch. Dass letztlich - auf Kosten der FPÖ - sogar der Einzug in die Landesregierung geschafft wurde, darf sogar als sensationell angesehen werden. Den Sitz einnehmen soll mit Ernest Gabmann der Sohn des gleichnamigen ehemaligen ÖVP-Landesrates.

Wahlziele verfehlt hieß es nicht nur für die SPÖ, sondern auch für die Freiheitlichen. Der angestrebte "Wandel" muss zumindest weitere fünf Jahre warten. Eine Personaldiskussion um Barbara Rosenkranz könnte ebenfalls anstehen. Der FPÖ-Seniorenring Niederösterreich forderte bereits den Rücktritt der Frontfrau.

Für die Grünen schien auch am Wahlabend noch die Sonne. Sie durften sich als einzige der bisher im Landtag vertretenen Parteien über einen Zugewinn (1,1 Prozentpunkte) freuen und erzielten damit ihr bisher bestes Ergebnis in Niederösterreich. Da ließ es sich etwas leichter verschmerzen, dass die absolute Mehrheit der ÖVP nicht zu brechen war.

Länger im Amt als Wallnöfer?

Weil definitiv nicht mehr anzunehmen ist, dass Erwin Pröll einem Ruf der Bundespolitik folgt, könnte er letztlich sogar länger im Amt bleiben als Eduard Wallnöfer. Der war 24 Jahre Landeshauptmann von Tirol. Pröll wurde erstmals im Oktober 1992 gewählt. Er steht somit im 21. Jahr als NÖ-Landeschef.

Wirklich spannend ist nach dem Wahlsonntag eigentlich nur noch, ob Pröll sein Ergebnis an Vorzugsstimmen aus 2008 noch einmal toppen konnte. 303.022 sind es vor fünf Jahren gewesen.

Kommentare

Oliver-Berg

Wähler sind nicht zum Hirnen da sondern haben für die machtgeilen Landeshäuptlinge die Funktion des billigen Stimmviehs zu erfüllen. In NÖ haben sie also besondern viel Hirn ohne Verstand.

hr. pröll soll sich nicht zu viel freuen. WIR im osten von nö hätten ihm keine absolute mehr verschafft. ausserdem ist es sicher aufgrund der wahlzettel so gekommen: ich finde es frech, dass die vorzugsstimme gilt! also habe ich z.b. spö und pröll als vorzugsstimme angegeben, so gilt die von pröll! mich würde wirklich interessieren, wieviel wähler das behirnt haben.

tragisch dass der alte glatzkopf wieder grinsen darf. wann werden die menschen endlich gescheiter und springen über ihren schatten? die altpartein werden weiterhin bescheissen und packeln dass es nur so kracht. und überhaupt wer hat den die grünen gewählt? ist in wien das parkpickerl, die hundesteuer, der parkscheine und die fahrkarten der öffis nicht genug? wollt ihr noch mehr belastungen? bitte wie kann man nur so blöd sein und diese idioten wählen.

wheeler1

Für mich können,s - bis auf den Stronach - alle sch....gehen.

Jimmy Lässig

Unwichtig, wer oder was gewinnt, alles korrpute Staatsbetrüger - Fuck the System!

Egal wie man denkt und gewählt hat, das Ergebnis ist für NÖ sehr traurig! Jetzt geht es weiter mit Geldverschwendung und Schuldenpolitik.
Aber es war von Haus aus klar, dass diese unfaire Wahlmethode der ÖVP die Mehr heit retten wird. Wäre interessant, wie viel WählerInnen "Pröll" gewählt haben ohne "ÖVP" anzukreuzen.

Ignaz-Kutschnberger
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Und wo ist jetzt meine 9 Uhr Prognose hinkommen gg ...hat ja mit der Verteilung zu 90 Prozent passt, oder... Stronach hätte ich allerdings 6 statt 5 zutraut

Ignaz-Kutschnberger
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Frage: Folgt Kopf dann Pröll ??

Ignaz-Kutschnberger
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Weil bei aller möglichen Freude dass es sich nochmal glücklicherweise dank Erwin nochmal ausgangen ist... es ist die letzte Ära...

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Meinen's wirklich, dass ein Vorarlberger in Niederösterreich eine gute Wahl wäre?;-)

manipura melden

@ War-Lord - tja, ich finde das Ergebnis einfach nur traurig. Traurig, dass anscheinend Partei vor Demokratie geht. In NÖ wäre es wichtig, dass sich im Landtag mehr tut - demokratiepolitisch.

manipura melden

Es wurde einmal mehr demonstriert, wie verpröllisiert das Land bereits ist. Die Funktionäre der Partei sind auf Befehl gelaufen, die JVP hat um Vorzugsstimmen gebuhlt - mit Null Chance auch nur in die Nähe des Landtages zu kommen - was zählt ist die Stimme für die VP. Manipulation pur - das versteht die VP NÖ!

manipura melden

Aber auch diese jungen Leute, die sich hier einspannen haben lassen, auch die werden einmal drauf kommen - die Partei ist nicht alles. Und vieles, das Herr Pröll so von sich gibt, ist nicht "Evangelium".

manipura melden

Und damit ich meine Trauerstimmung etwas aufhelle, noch ein Erwin-Witz, müßte doch erlaubt sein, nach den Erwin-Apps und Erwin-Leiberln *g*. Was ist der Unterschied zwischen Gott und Erwin Pröll? Gott weiß dass er nicht Erwin ist *g*. Wir werden auch diese nächsten 5 Jahre überstehen ...........

Ignaz-Kutschnberger
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Geh bitte :-) manipura das ist doch bei allen Parteien dass das Fußvolk läuft, oder?! ...@higgs70 ...für mich ein optimaler möglicher Nachfolger...gleich woher er kommt, der Kopf hätte das Zeug dazu... schauen Sie sich den mal genauer an ;-)

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brrr, da verlangens's jetzt aber viel von mir.

brauser49
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Da haben wir einen begnadeten Wortschoepfer wie manipura und ihr wisst das nicht zu schätzen : "Verproellisiert, demokratiepolitsch" - Gebt ihm Zeit dann kommt mehr !

Robert Cvrkal

Die Wahlen in Kärnten und in Niederösterreich sind geschlagen, doch ist wirklich die Bevölkerung der Sieger?

http://www.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/politik/noe-wahl-und-kaernten-wahl-sind-geschichte-d495727.html

Was macht der Glotzate schon für uns ? Wo is den los mit seiner Bundesheer Sympatie. Seit dem 20. Jänner hören wir nichts mehr. Hauptsache das Geld beim Fenster raus. Typisch Österreicher Goschn offen aber am Wahltag wähl ma alle wieder die selben.

Ignaz-Kutschnberger

Der Mann dem manche die Glotzn polieren wollten auch diesmal die Absolute :-) ERWIN Gratulation

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