Niederösterreich von

Kettenphantom geständig

Internationaler Schwerverbrecher hatte Raubopfer stundenlang angekettet

Niederösterreich - Kettenphantom geständig © Bild: APA

In St. Pölten musste sich das "Kettenphantom" vor Gericht verantworten. Der international bereits mehrfach verurteilte Verbrecher kettete seine Opfer an und bekam so seinen Namen. Der Angeklagte zeigte sich am ersten Prozesstag teilweise geständig.

Im Prozess vor einem Schwurgericht am Landesgericht St. Pölten zeigte sich der Montenegriner großteils geständig, aber wenig reumütig. Ein Urteil wird für Donnerstag erwartet. Der 55-Jährige soll im Mai 2009 zunächst eine Frau in Pöchlarn (Bezirk Melk) in ihrem Haus überfallen und nach mehreren Stunden in der Sauna angekettet zurückgelassen haben. In St. Andrä-Wördern (Bezirk Tulln) habe er im darauffolgenden September in Richtung eines Hausbesitzers geschossen und ihn bedroht, nachdem ihn dieser stellte, führte Staatsanwalt Karl Fischer aus.

In Stetteldorf am Wagram (Bezirk Korneuburg) soll er dann ein Paar in dessen Haus überfallen, die Frau gefesselt in der Dusche zurückgelassen und den Mann als Geisel mitgenommen haben, bevor er ihn an einen Hochstand angekettet zurückließ. Die am Nachmittag befragten Opfer zeigten sich teilweise schwerst traumatisiert.

Fischer bezeichnete den 55-Jährigen als "höchst professionellen Verbrecher", der seine Opfer vor den Überfällen genau auskundschaftet hatte, etwa als Jogger. Er sei mit seinen 55 Jahren in verschiedenen Ländern bisher zu insgesamt 41 Jahren Haft verurteilt worden. Die Ausforschung des Täters sei nur durch Zufall im Zusammenhang mit einem Mordfall in einer Wiener Diskothek gelungen, über welcher der Montenegriner eine Zeitlang gewohnt hatte. Er wurde im März 2010 in Belgrad verhaftet.