Niederösterreich macht Jagd auf dicke Beamte! NEWS: Jetzt wehren sich Betroffene

Sozialstadtrat: "Es herrscht ein Klima der Angst" PLUS: Der Brief, der den Stein ins Rollen brachte

Niederösterreich macht Jagd auf dicke Beamte! NEWS: Jetzt wehren sich Betroffene

Aufreger: Niederösterreich hat eine "Dicken-Grenze" im Landesdienst eingeführt und Mitarbeiter per Brief () darauf hingewiesen, doch besser abzuspecken. Jetzt wehren sich erste Betroffene.

Michael S. ist krank. Seit Tagen quälen den 40-Jährigen Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen. An sich nichts Besonderes - kämpfen doch viele, gerade in der Übergangszeit vom Sommer zum Herbst, mit Verkühlungen. Aber bei Michael S. ist alles anders. Denn er arbeitet als Pflegehelfer im Landeskrankenhaus St. Pölten und bringt bei einer Körpergröße von 174 Zentimetern 105 Kilogramm auf die Waage. Und genau diese Kilos, die ihn von einem "normalgewichtigen" zu einem "übergewichtigen" Pflegehelfer machen, könnten ihn den Job kosten.

Seit wenigen Wochen kursiert im Landeskrankenhaus nämlich ein Schreiben des Amts der Niederösterreichischen Landesregierung, in dem den Mitarbeitern nahe gelegt wird, Überschüssiges abzuspecken. Das Schreiben endet mit: "... dass die gesundheitliche Eignung Voraussetzung für die Aufnahme bzw. den Verbleib im Landesdienst ist, und empfehlen auch im Interesse Ihrer Gesundheit eine Gewichtsreduzierung. Ihr Dienstgeber."

"Ein Klima der Angst"
Das Maß aller Dinge hat einen Namen: es ist der so genannte Body-Mass-Index, kurz BMI. Berechnet wird die Zahl, die über Anstellung oder Nichtanstellung und im extremsten Fall über die Kündigung entscheiden kann, mit der Formel Körpergewicht/Größe². Der Grenzwert, der von den Behörden gerade noch akzeptiert wird, ist 25. Michael S. hat einen BMI von 35. "Ich mache meine Arbeit - und, wie ich hoffe, gut. Warum sollte ich nur wegen des Gewichts meinen Job verlieren?", gibt sich der Pflegehelfer kämpferisch.

Andere, wie eine äußerst fähige Anästhesistin, haben nach Erhalt des Briefes der Landesregierung freiwillig das Handtuch geworfen. Sie kündigte. "In den Krankenhäusern herrscht längst ein Klima der Angst", bringt Stephan Schimanowa, Sozialstadtrat in Mödling, die Situation auf den Punkt. Im dortigen Krankenhaus wurden die Anweisungen der Landesregierung auch besonders zackig exekutiert: Bei drei Mitarbeitern wurde der Vertrag nicht verlängert. Alle haben eines gemeinsam: Sie sind übergewichtig.

Dort, wo all das ausgeheckt wurde, nämlich in der Personalabteilung der Landesregierung, die Landeshauptmann Erwin Pröll direkt unterstellt ist, schweigt man. Landes-Personalchef Gerhard Dafert stand NEWS für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung.

BMI 25 - wenn diese Zahl weiterhin über Anstellungen im öffentlichen Dienst entscheidet, wird auch Spitzensportlern dieser Weg künftig verwehrt bleiben. Hermann Maier zum Beispiel wäre zu "dick", um als Kollege von Michael S. arbeiten zu können. Der Olympiasieger misst 182 Zentimeter und bringt 92 Kilo auf die Waage. Sein BMI: 27.

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