Nick Cave von

Ein Großmeister ist zurück

Neues Album "Push The Sky Away" erscheint heute - im Sommer am Frequency-Festival

Nick Cave bei einem Konzert in Berlin 2013. © Bild: APA/EPA/Britta Pedersen

Nick Cave hat sich mit seinem Projekt Grinderman ordentlich ausgetobt, seine Rückkehr zu den Bad Seeds brachte nun eine ruhige Platte hervor. "Push The Sky Away" bietet überwiegend leise, aber trotz Reduziertheit sehr intensive Töne. Besonders fruchtvoll hat sich einmal mehr die Zusammenarbeit mit dem Multiinstrumentalisten Warren Ellis erwiesen, wie Cave selbst betonte.

"Warren und ich arbeiten mittlerweile bei allem Musikalischen zusammen", so der Sänger in einem von der Plattenfirma verbreiteten Interview. Diese Kooperation sei für ihn "unglaublich fruchtbar", meinte Cave. "Was er der Platte beisteuerte, war enorm, er hat alle Lieder gemeinsam mit mir geschrieben. Woher er seine Sounds bezieht, ist für alle ein Rätsel." Cave weiter: "Seine Loops sind außergewöhnlich, weil sie organisch sind, nicht elektronisch, sie sind sehr, sehr intensiv und sehr, sehr detailreich."

Ein "echtes" Album

Das 19. Album von Nick Cave And The Bad Seeds (Compilations und Live-Mitschnitte mitgezählt) hat einen "natürlichen Flow", wie Cave unterstrich. Die Atmosphäre setzte sich über die Lieder fort, bestimmte Themen werden variiert und an unterschiedlichen Stellen neu aufgegriffen. "Der Kommentar meines Managers nach dem ersten Hören der Platte lautete: 'Ihr erwartet euch also von den Leuten, dass sie sich für 40 Minuten hinsetzen und das Album als Ganzes anhören?'", erzählte Cave. "Und ich sagte: 'Ja.' Alben gelten im Zeitalter des Song-Downloads als rare Kunstform. Dabei sieht Cave in der guten, alten Vinyl-Scheibe klare Vorteile: "Das Tolle an Alben war, dass es vier Hauptsongs gab: die ersten und die letzten Lieder auf jeder Seite - dort wurden die starken Stücke platziert, der Rest in der Mitte waren Füller." Beim CD-Format müsse man sich durchhören, um die Schlüsselsongs zu finden. Welche das auf "Push The Sky Away" sind, könne er noch nicht sagen. "Aber das ist ein Alben nach alter Schule, die Nummern unterstützen sich gegenseitig, es gibt Referenzen zwischen ihnen."

Nick Cave And The Bad Seeds werden am Frequency Festival (15. bis 17. August) in St. Pölten auftreten. Manche Klassiker aus dem Schaffen der Band werden dort neben neuem Material garantiert zu hören sein. Cave: "Es gibt Songs, die habe ich 30 Jahre lang am Leben erhalten - etwa 'The Mercy Seat'. Ich kann dieses Lied immer bei einem Auftritt aus dem Hut ziehen. Und es ist egal, was wir gerade durchmachen oder welchen Stil wir gerade spielen, wir können immer 'The Mercy Seat' bringen." Das sei ein Beweis für einen guten Song.

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