Nichtraucherschutz von

"Ich möchte niemandem
das Rauchen verbieten"

Jahn-Kuch kämpft für den Nichtraucherschutz. Auch aus persönlichen Gründen.

Nichtraucherschutz - "Ich möchte niemandem
das Rauchen verbieten" © Bild: Ärztekammer für Wien/Stefan Seelig

Als der News-Journalist und Kettenraucher Kurt Kuch die Diagnose Lungenkrebs bekam, startete sein Kampf für den Nichtraucherschutz. Heute ist seine Schwester Mitinitiatorin des Volksbegehrens für den Nichtraucherschutz. Im Gespräch verrät Daniela Jahn-Kuch wie sie die Krankheit ihres Bruders erlebte und warum eine rauchfreie Gastronomie wichtig ist.

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Daniela Jahn-Kuch ist Mitinitiatorin vom Volksbegehren für den Nichtraucherschutz. Neben ihrem Beruf als Oberärztin an der Universitätsklinik für Innere Medizin in Graz, ist es vor allem ihre persönliche Geschichte, die sie in der Sache antreibt. Ihr Bruder war der News-Aufdeckerjournalist Kurt Kuch, der Anfang 2015 an Lungenkrebs starb. Ab dem Zeitpunkt der Diagnose setzte sich der ehemalige Kettenraucher für die Anti-Raucher-Kampagne ein.

Das Volksbegehren ist überaus erfolgreich gestartet. Hätten Sie das erwartet?
Nein, niemand von uns Initiatoren hat dies erwartet. Die Leute stehen Schlange und am Dienstag hat es die 200.000-Marke geknackt.

Was hätte Ihr Bruder Kurt Kuch wohl dazu gesagt?
Leider kann er das nicht mehr miterleben, aber ich bin mir sicher seine Begeisterung für die Sache hätte nie abgerissen. Wenn er an etwas dran war, dann hat er so schnell nicht locker gelassen. Für ihn war es die bitterste Erfahrung, durch eine vermeidbare Ursache zu erkranken.

Passend dazu: Die Witwe des News-Aufdeckerjournalisten Kurt Kuch, Elke Kuch, appelliert das Rauchverbots-Aus kritisch zu hinterfragen.

Sie haben ihren Bruder in der Krankheit eng begleitet und ihn, wie er in einem Interview sagt „vorsichtig herangeführt“ an die Schwere des Tumors. Wie war dieser Spagat zwischen der Rolle als Ärztin und der als Schwester für sie?
Das war äußerst schwierig auseinander zu halten. Ich kannte die Kollegen aus der Onkologie in Graz, die ihn behandelt haben gut. Somit wusste ich immer Bescheid und wurde über die Behandlung informiert, musste aber selbst keine Entscheidungen über seine Gesundheit treffen. Mit ihm konnte ich dann alles ganz in Ruhe besprechen.

»Ich habe ja selbst geraucht, allerdings deutlich weniger, und wusste wie schwer es ist aufzuhören«

Haben Sie versucht ihm das Rauchen auszureden?
Ja, natürlich! Wir haben darüber gesprochen, auch weil er so viel geraucht hat. Ich habe ja selbst geraucht, allerdings deutlich weniger, und wusste wie schwer es ist aufzuhören. Für ihn war Aufhören aber kein Thema. Er konnte mit Krankheiten auch lange Zeit nicht besonders gut umgehen. Ich erinnere mich noch an ein Gespräch an meinem 40. Geburtstag, als er zu mir sagte „Glaub bloß nicht, dass die Probleme mit 40 beginnen, das kommt mit 41!“. Er war ein Jahr älter und spürte damals die ersten gesundheitlichen Beschwerden. Kurz darauf kam dann die Diagnose Lungenkrebs.

„Don’t Smoke“ wurde von Ihrem Bruder unterstützt und auch von Ihnen. Sie beiden waren – direkt oder indirekt – durch eine vom Rauchen ausgelöste Krankheit betroffen. Wie erklären Sie Menschen, die nicht unmittelbar betroffen sind, dass es wichtig ist sich für den Nichtraucherschutz einzusetzen?
Es geht vor allem um altersgerechte Informationen, mit denen man bereits sehr junge Menschen erreicht. Ich war viel in Schulen unterwegs und gerade die jungen sind mit 12 oder 13 Jahren sehr wissbegierig. Ältere sind nicht mehr ganz so offen. 50 Prozent aller 15-Jährigen machen in diesem Alter ihre ersten Erfahrungen mit dem Rauchen.

Sind diese sich den Gefahren vom Rauchen bewusst?
Wir können aber allgemein feststellen, dass Menschen sich zunehmend den Gefahren bewusst sind, auch wenn es ums Passivrauchen geht. Es geht um Jugendschutz und auch um einen gesunden Lebensstil. Und so sind auch viele Raucher für eine rauchfreie Gastronomie. Die Bevölkerung hat den Zahn der Zeit erfasst, die Regierung allerdings noch nicht.

Sie haben bereits die Gastronomie angesprochen. Was sagen Sie zu dem Argument, dass das Rauchverbot die Gastronomie zerstört?
Das sehe ich nicht so und es gibt auch zahlreiche Studien die das belegen. In vielen europäischen Ländern sehen wir bereits, dass sich durch eine rauchfreie Gastronomie nichts zum negativen verändert. Viele Wirte in Österreich setzen bereits jetzt auf Rauchfrei. Wir wissen, dass eine Trennung in Nichtraucher- und Raucher-Zone einfach nicht ausreichend ist.

Und was sagen Sie zu dem Argument, dass ein Verbot die persönliche Freiheit einschränkt?
Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen: Nichts macht unfreier als eine chronische Erkrankung. Ich möchte niemandem das Rauchen verbieten. Jeder kann Rauchen, aber die Freiheit endet dort, wo sie die Freiheit eines Anderen einschränkt.

Kommentare

David J. Gentry

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Ich bin zwar ein großer Gegner des Rauchen, aber trotzdem muss man festhalten, dass die meisten Studien bezüglich Passivrauchen auf ziemlich wackeligen Beinen stehen. http://www.slate.com/articles/health_and_science/medical_examiner/2017/02/secondhand_smoke_isn_t_as_bad_as_we_thought.html
http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/magazine/7093356.stm

gfrast51

Kurt Kuch hat auch sonst Raubbau mit seinem Körper gemacht. Zu das sich der Köper rächt. Und warum werden dann Zigaretten wenig Schlaf, falsche Ernährung, Übergewicht und vielleicht noch Alkohol dazu und dazu Kettenraucher, da muss man damit rechnen verkauft

Elgar M. Zeisel

Beeindruckend, wie viele Dogmatiker plötzlich aufstehen und ihre Meinung zum Besten geben. Selbsternannte Experten , jeder weiß alles, vor allem besser. Statt einfach eine Lösung zu finden, mit der alle leben können. ZB. Rauch mit Kind im Auto nein, ohne schon, Bars und Würstelbude mit Rauch, Restaurant und Beisl rauchfrei, usw. etc. pp. Aber der Drang zur Rechthaberei obsiegt, leider.

Roland Mösl
Roland Mösl melden

Es gibt so viele wichtige Themen für die Politik. Es ist ein Wahnsinn, wie HC Strache seine Position für seinen persönlichen "Ich will überall wo es mir passt rauchen" Feldzug missbraucht.

Elgar M. Zeisel
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Beeindruckend, wie viele Dogmatiker plötzlich aufstehen und ihre Meinung zum Besten geben. Selbsternannte Experten überall, jeder weiß alles, vor allem besser. Statt einfach eine Lösung zu finden, mit der alle leben können. ZB. Rauch mit Kind im Auto nein, ohne schon, Bars und Würstelbude mit Rauch, Restaurant und Beisl rauchfrei, usw. etc. pp. Aber der Drang zur Rechthaberei obsiegt, leider.

Ivoir
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Bestimmt gibt es wichtigere Themen zu behandeln, doch will man seine Macht demonstrieren, auch wenn es Schwachsinn ist. Meiner Meinung hat sich die FPÖ schon jetzt abgewählt, und die 15% Schiefkäppler und Säbelschwinger werden sie nicht retten.

Roland Mösl
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Elgar M. Zeisl Oh, "Dogmatiker", "Experten". Meine Tochter gibt morgen ihre VWA - Vorwissenschaftliche Arbeit (Neuer Bestandtei der Matura in Österreich) ab.
Thema: "Schadwirkung des Rauchens in der Schwangerschaft".
Da liegen zu Hause Stapeln von Büchern und anderen Veröffentlichungen wie weit schon das passiv Rauchen schadet.

gfrast51
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Ich glaube kaum das Strache ganz Österreich zu einem Raucherlokal machen will. Aber ein jeder Wirt sollte selber entscheiden was er machen will aus seinem Lokal. Wird dort geraucht, wird er sicher keine Nichtraucher als Gäste haben. Bin eher dafür das man Fußgängerzonen, Spielplätze, Eingänge von Krankenhäusern rauchfrei macht. Den dort muss ich als Nichtraucher auch hin

David J. Gentry
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