Nicht immer steckt hinter dem Zittern Parkinson: Andere Erkrankungen sind möglich

Nicht immer steckt hinter dem Zittern Parkinson: Andere Erkrankungen sind möglich

Nicht immer steckt hinter den klassischen Symptomen Zittern, Gangunsicherheit und Bewegungsstörungen die Parkinson-Krankheit. "Bei einsetzenden Beschwerden, die auf Morbus Parkinson hindeuten, ist daher eine umfassende neurologische Untersuchung erforderlich, um auch sogenannte atypische Parkinson-Syndrome rechtzeitig erkennen und optimal behandeln zu können", empfiehlt Wolfgang Oertel von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Zu den neurologischen Erkrankungen, die bei solchen Anzeichen ebenfalls infrage kommen, gehören laut Oertel beispielsweise die "Multisystematrophie" und die "supranukleäre Blickparese". Beide Erkrankungen seien deutlich seltener als Parkinson und erforderten eine spezielle Therapie: "Deshalb ist es wichtig, dass der Patient über alle seine Beschwerden detailliert berichtet", erklärt der Leiter der Klinik für Neurologie an der Universität Marburg.

Bei atypischen Parkinson-Syndromen könnten beispielsweise zusätzlich frühzeitige Schluck- und Sprechstörungen auftreten. Auch klagten die Patienten über häufige Stürze sowie Schwierigkeiten beim Bewegen der Augen. Auch bei einer bestimmten Form der Demenz seien vergleichbare Symptome möglich. "Bei einer Demenz vom Lewy-Körper-Typ kommt es zunächst meist zu immer wieder kehrenden Gedächtnisstörungen und Halluzinationen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung treten dann die genannten motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit auf", berichtet der Neurologe.

Heilung derzeit nicht möglich
Wie die Parkinson-Erkrankung sind atypische Parkinson-Syndrome neurodegenerative Erkrankungen. Das heißt: Es kommt zu einer Zerstörung von Nervengewebe. "Bei diesen Erkrankungen ist derzeit keine Heilung möglich, doch durch eine frühzeitig medikamentöse Therapie lassen sich die Beschwerden lindern", erklärt Oertel. Aus diesem Grund sollte bei Einsetzen dieser Beschwerden möglichst frühzeitig eine neurologische Abklärung erfolgen.

Quelle: Redaktion/ APA