Nicht so Weltmeisterlich von

Nach Frankreich-Sieg: Polizei
räumt Feier auf Champs-Elysees

Zusammenstöße und Tränengas: Siegesfeiern in Paris liefen aus dem Ruder

Nach dem Sieg Frankreichs über Kroatien ist die WM-Großfeier auf den Champs-Elysees aus dem Ruder gelaufen. Nach Zusammenstößen vereinzelter Fans mit der Polizei reagierte diese mit Tränengasbeschuss und räumte den Pariser Prachtboulevard.

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Zuvor war dort Unruhe aufgekommen. Steine und andere Geschoße wurden auf Sicherheitskräfte geschleudert, Geschäfte wurden beschädigt. Dem Sender BFM TV zufolge wurden auch in Lyon geringere Ausschreitungen gemeldet.

Champs-Elysees
© APA/AFP/JASKIEWICZ

Nach dem 4:2-Sieg der Franzosen gegen Kroatien in Moskau versammelten sich Tausende Menschen auf den Champs-Elysees. Im ganzen Land waren aus Anlass des Nationalfeiertags am Samstag und des WM-Finales am Sonntag rund 110.000 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Champs-Elysees
© APA/AFP/JASKIEWICZ

Stuttgart: Kroatische Fans verhaftet

Festnahmen gab es auch in Stuttgart: Dort wurden 55 kroatische Fans verhaftet. Man habe etliche gewaltbereite Fans vorläufig festgenommen, die die Weisungen der Polizei nicht befolgt und auch Pyrotechnik eingesetzt hätten, sagte eine Sprecherin am Sonntagabend. Fünf Polizisten erlitten bei dem Einsatz leichte Blessuren.

In der Innenstadt verfolgten rund 7.000 kroatische Fans das Endspiel ihrer Nationalmannschaft gegen Frankreich. Die meisten davon tummelten sich auf der Theodor-Heuss-Straße, einer mehrspurigen Hauptstraße, die während des Spiels auf einigen Hundert Metern für Autos gesperrt war. Rund 109.500 Baden-Württemberger sind kroatische Staatsbürger - das sind mehr als in jedem anderen deutschen Bundesland.

Friedliche Feiern in Wien

In Wien gab es zwar auch einen Großeinsatz der Polizei, aber trotz der Niederlage ihrer Mannschaft blieben die tausenden kroatischen Fans, die das Spiel auf der Ottakringer Straße verfolgten, aber "weitgehend friedlich". Das meldete die Exekutive am Abend in einer Aussendung.

Insgesamt sorgten rund 350 Polizistinnen und Polizisten verschiedener polizeilicher Einheiten - darunter Beamten der WEGA, der Einsatzeinheit, der Diensthundeeinheit, der Landesverkehrsabteilung sowie sprengstoffkundige Beamte und Dokumentationsteams - für einen sicheren und reibungslosen Ablauf in Wien-Ottakring.

Dennoch kam es zu verschiedenen Amtshandlungen, resümierte die Polizei, darunter "396 Identitätsfeststellungen, 81 verkehrsrechtliche Anzeigen oder acht Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz". Eine Anzeige gab es auch "nach dem Pyrotechnikgesetz", zudem wurde ein Organmandat wegen Übertretung des Anti-Gesichtsverhüllungsgesetzes verhängt.

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