EM 2016 von

Nicht nur Ronaldo: Portugal baut auf nächste Generation

Renato Sanches gilt als Super-Talent des portugiesischen Fußballs © Bild: APA (AFP)

Portugals Fußball-Nationalteam hat Cristiano Ronaldo. Die "Seleccao" auf den Superstar alleine zu reduzieren, wäre aber fatal. Im EM-Aufgebot von Trainer Fernando Santos stehen neben routinierten Kräften wie eben den 31-Jährige von Real Madrid auch Portugals nächste Generation. Im Nachwuchsbereich können die Portugiesen aus einem großen Pool schöpfen.

Portugals Fußball-Verband (FPF) orientiert sich im Nachwuchsbereich nur an der Spitze, vor allem Benficas Akademie gilt als eine der besten weltweit. Dank der Kooperation mit den führenden Lissaboner Clubs Benfica und Sporting sowie dem FC Porto steht ein breites Fundament, um kontinuierlich Spitzenkräfte ausbilden zu können.

In jüngster Zeit gab es bei Nachwuchs-Turnieren hervorragende Platzierungen zu vermelden. 2014 gelang der Einzug ins Finale der U19-EM, im Jahr darauf der Vorstoß ins Endspiel bei der U21-EM. Erst Ende Mai holte Portugals U17 beim Kontinentalturnier in Aserbaidschan den Titel. Die jungen Österreicher verloren gegen den späteren Sieger dabei im Viertelfinale mit 0:5.

Die Geschichte von Ronaldo ist bekannt. Mit zwölf Jahren kam er von Madeira nach Lissabon in Sportings Nachwuchsschmiede. Mit 18 überwies Manchester United knapp 18 Millionen Euro für das Talent. Aktuellstes Beispiel für das Bestreben der portugiesischen Clubs, ihre Talente zu vergolden, ist Renato Sanches.

Erst im Oktober des Vorjahres debütierte der 18-Jährige für Benfica. Europas Großclubs standen kurz darauf Schlange, das Rennen um den Mittelfeldspieler machte am Ende Bayern München. 35 Millionen Euro überwies Deutschlands Rekordmeister, mit Bonuszahlungen könnte die Ablöse auf über 70 Millionen hinaufschießen.

Sanches muss sich als Portugals jüngster EM-Starter vorerst mit der Rolle des Wechselspielers begnügen, in Zukunft dürfte er aus der Stammelf aber nicht mehr wegzudenken sein. Auch Sportings William Carvalho (24) - bei der U21-EM 2015 als "Spieler des Turniers" ausgezeichnet und angeblich im Fokus von Manchester United - drängt in die Start-Elf. In dieser stand beim 1:1 gegen Island bereits Danilo (24) vom FC Porto, 2011 in Kolumbien U20-Vizeweltmeister.

Ein anderer hat den Sprung ins Ausland schon geschafft. Andre Gomes (22) ließ mit Valencia im Februar bereits den SK Rapid im Sechzehntelfinale der Europa League schlecht aussehen. Der Mittelfeldspieler wurde bei Porto und Benfica ausgebildet, auch um seine Dienste soll sich das künftig vom Portugiesen Jose Mourinho trainierte Manchester United bemühen.