Nicht nur Fast-Food und wenig Bewegung machen dick: Auch Klimaanlagen oft Schuld

Schlafmangel weiterer Verursacher von Übergewicht Studie deckt mögliche Ursachen von Fettleibigkeit auf

Nicht nur Fast-Food und wenig Bewegung machen dick: Auch Klimaanlagen oft Schuld

Fettes Fast-Food-Essen und wenig Bewegung: Diese Faktoren werden gemeinhin als Hauptursachen für die rasante Verbreitung von Übergewicht in Industrieländern genannt. Aber auch der Einsatz von Klimaanlagen oder Schlafmangel könnten zu einer immer dicker werdenden Bevölkerung beitragen, wie US-Forscher im Fachblatt "International Journal of Obesity" berichten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind bereits eine Milliarde Menschen übergewichtig; bis 2015 werden es 1,5 Milliarden sein.

Durch die Konzentration auf die Faktoren schlechte Ernährung und wenig Bewegung seien andere mögliche Gründe für Übergewicht vernachlässigt worden, schreiben die Autoren. "Das Ergebnis könnten gut gemeinte, aber unbegründete Vorschläge zur Verringerung der Übergewichtsrate sein." Die Experten führen als weitere mögliche Ursachen für die verbreitete Gewichtszunahme etwa Industriechemikalien an, die Verdauungsprozesse verändern und zur Bildung von Fett im Körper beitragen. Auch eine verstärkte Nahrungsaufnahme bei Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, könne ein Faktor sein - ebenso die Tendenz, dass dicke Menschen meist andere dicke Menschen heiraten und dann möglicherweise Übergewicht schon durch Verhalten oder gar Gene an ihre Kinder weitergäben.

In klimatisierten Räumen wird mehr gegessen
Laut den Forschern zeigen Versuche, dass in mit Klimaanlagen geregelten Räumen mehr gegessen wird. Der Anstieg der klimatisierten Wohnungen in den USA spiegele praktisch den Zuwachs bei Übergewichtigen wider. Esra Tasali von der Universität Chicago machte zudem einen Schlaftest mit jungen Erwachsenen. Dabei durfte eine Gruppe nur vier Stunden schlafen, eine weitere acht Stunden und eine dritte zwölf Stunden. Die Wenigschläfer entwickelten schnell ein starkes Bedürfnis nach stark kalorienhaltigen Süßigkeiten. Dies könnte laut Tasali auch für die Gesamtgesellschaft Bedeutung haben, denn im Schnitt schliefen Menschen in den USA heute täglich zwei Stunden weniger als noch vor 40 Jahren.

Studie sucht nach Ursachen für Übergewicht
Unkonventionelle Erklärungsansätze fänden immer mehr Beachtung bei Wissenschaftern, kommentierte Neville Rigby von der Europäischen Vereinigung zum Studium von Übergewicht den Artikel. "Das ist eine komplexe Geschichte, die nicht nur eine Ursache hat." (APA/red)