Nicht alle Branchen kriseln in der Krise:
Gesundheits- & Sozialberufe erleben Boom

Sozialministerium: Setzt sich in nächsten Jahren fort Auch Einzelhandel & Gastronomie mit Aufwärtstrend

Nicht alle Branchen kriseln in der Krise:
Gesundheits- & Sozialberufe erleben Boom © Bild: APA/Gindl

Trotz Wirtschaftskrise und steigender Arbeitslosigkeit gibt es auch Branchen mit steigender Beschäftigung. Als Jobmotor haben sich etwa die Gesundheits- und Sozialberufe entwickelt. 178.269 Menschen haben Ende April in dieser Branche gearbeitet, um 12.049 mehr als noch vor einem Jahr. Aber auch der Einzelhandel und die Gastronomie konnten ihren Beschäftigtenstand erhöhen.

Der Bereich der Gesundheits- und Sozialberufe ist nach Einschätzung des Sozialministeriums eine krisenfeste Branche und wird auch in den kommenden Jahren boomen. Um den Anforderungen dieses Arbeitssegments nachzukommen, hat die Bundesregierung eine Qualifizierungsoffensive gestartet, um 2.000 zuvor arbeitslos gewesene Menschen als zusätzliche Pflegekräfte auszubilden. Es werden dabei sowohl Pflegehelfer ausgebildet, als auch Pflegehelfer zu Diplomkrankenpflegern höher qualifiziert.

Keine Einbrüche durch Steuerreform
Zuwächse gibt es aber auch in anderen Bereichen. Im Einzelhandel (ohne Kfz) waren Ende April um 1.367 Personen mehr beschäftigt als vor einem Jahr (insges. 269.767 Beschäftigte). In der Gastronomie hatten 729 Menschen mehr einen Job (94.235 Beschäftigte). Das Sozialministerium führt diese Entwicklung darauf zurück, dass diese beiden Bereiche sehr konsumabhängig sind und die Steuerreform und die Tarifabschlüsse im vergangenen Herbst dazu beigetragen haben, dass es hier keine Einbrüche gab.

Zahl der beschäftigten Frauen steigt
Die positive Entwicklung in den Sozial- und Gesundheitsberufen und im Einzelhandel hat auch Auswirkungen auf die geschlechtsspezifische Betroffenheit. So ist die Zahl der beschäftigten Frauen, die ja vor allem in diesen Bereichen tätig sind, um 4.023 Personen gestiegen. Bei den Männern, die häufiger in der Industrie arbeiten, ist hingegen ein Rückgang um 42.655 Beschäftigte zu verzeichnen. Insgesamt war Ende April im Jahresabstand die Zahl der Beschäftigten jedoch um 38.632 Personen auf 3,354.648 gesunken.

(apa/red)