NGOs fordern weiter Spendenabsetzbarkeit:
Organisationen üben Kritik an Ministerrat

Einführung des Steuerabzugs weiter verschoben Entsprechender Gesetzentwurf liegt seit 2006 vor

NGOs fordern weiter Spendenabsetzbarkeit:
Organisationen üben Kritik an Ministerrat
© Bild: APA/DPA/Thissen

Nachdem die schon seit langem diskutierte Spendenabsetzbarkeit für gemeinnützige Vereine nach wie vor im Ministerrat nicht behandelt worden ist, hagelt es Kritik der österreichischen Non-Profit-Organisationen. Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Ärzte ohne Grenzen, WWF und Volkshilfe erinnern daran, dass sich die Obleute aller Parteien vor der Nationalratswahl einhellig für die Änderung des Einkommenssteuergesetzes zur Einführung der Spendenabsetzbarkeit ausgesprochen haben.

"Die Banken werden gerettet, die Bürger und die Umwelt sollen die Folgen der Teuerung und der Finanzkrise ausbaden. Das ist das traurige Ergebnis der Sitzung des Ministerrats", kritisierten die österreichischen Sozial- und Umwelt-Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung. "Es kann nicht angehen, dass die bereits mehrmals versprochene Möglichkeit zur Absetzung von Spenden bis zum 'St. Nimmerleinstag' verschoben wird", sagte Caritas-Präsident Franz Küberl laut Kathpress. Man hoffe nun auf ein eindeutiges Bekenntnis aller Parteien zur Spendenabsetzbarkeit.

Die NGOs drängen schon seit längerem auf die Gesetzesänderung. Bereits seit dem Jahr 2006 liegt ein von Ministerien und Hilfsorganisationen gemeinsam ausgearbeiteter Gesetzentwurf vor, der die Absetzbarkeit von Spenden für Privatpersonen und Unternehmen vorsieht. Die NGOs kritisieren, dass die Einführung verschleppt und damit die Spendenbereitschaft der österreichischen Bevölkerung nicht anerkannt wird. Die Kosten der Einführung der Spendenabsetzbarkeit werden auf rund 30 bis 40 Millionen Euro geschätzt.
(apa/red)