Zwei Welten von

Die Mobilisierung
am Wahltag

Eine Story, zwei Erzählungen ...

Hofer und Van der Bellen © Bild: imago/K.Piles

In den sozialen Medien ist scheinbar die ganze Welt (m)einer Meinung. Ein gefährlicher Trugschluss: Newsbubble.at zeigt zur BP-Wahl, wie Meinungsbildung im Netz wirklich funktioniert.

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Seit die Weltöffentlichkeit am Mittwoch vor drei Wochen aufgewacht ist, versucht sie, zwei Erkenntnisse einzuordnen. Erstens: Donald Trump ist US-Präsident. Und zweitens: Wir leben in streng voneinander getrennten "Filter Bubbles". In der einen Blase, auch "Echokammer" genannt, herrschen Entsetzen, Schockstarre und das Gefühl, einer verhassten Elite anzugehören -in der anderen hingegen Jubel, Aufbruchstimmung und das Gefühl, es einer verhassten Elite gezeigt zu haben.

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In diesen Echoblasen läuft der Nutzer Gefahr, zum Gefangenen seiner Weltanschauung zu werden. Der amerikanische Autor Eli Pariser beschrieb das Phänomen bereits 2011 so: "Jeder Nutzer bewohnt sein persönliches Informationsuniversum, einzigartig und individuell aufgebaut von personalisierten Filtern." Die "Filter Bubbles" sind eine Spielart des Medienwandels, in dessen Kern es um eine zentrale Frage geht: Wie entsteht Öffentlichkeit?

Eine Studie von Facebook selbst belegt, wie der eigene "Edgerank-Algorithmus" die Tausenden Meldungen, die der Newsfeed ständig auswirft, so sortiert, dass für den jeweiligen Nutzer immer Meldungen ganz oben stehen, die zu den jeweiligen Interessen und Ansichten passen. Auch die personalisierte Suche von Google spuckt bevorzugt Ergebnisse aus, die zu allem passen, was die Suchmaschine über den Nutzer weiß.

Zwischen den Bubbles

Klassische Medien verlieren mehr und mehr ihre einordnende Funktion -auch pure Propaganda prasselt ungebremst auf den Leser ein, egal ob der Absender FPÖ, Grüne oder Breitbart News heißt. Laut einer Umfrage des ORF unter 90.000 Österreichern zwischen 18 und 34 misstrauen 85 Prozent den herkömmlichen Medien. Wenn sie zu neuer Relevanz finden möchten, werden sich klassische Medien die Frage stellen müssen, wie sie die Menschen in ihren schwer zugänglichen Echokammern erreichen können -bevor daraus hermetisch abgeriegelte Echobunker werden. Deshalb versucht sich News nun im Brückenschlag zwischen den "Bubbles".

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Auf Newsbubble.at werden ausgewählte Themen auf ihrem Weg durch die Echokammern verfolgt - von Twitter bis Facebook, von klassischen Medien bis zu Blogs. So entsteht ein Bild davon, wie Meinungsbildung und Öffentlichkeit heute funktionieren. Den Auftakt machen Analysen der Reaktionen auf das ORF-Duell um die Hofburg und über den Wahlkampf generell, weitere Themen folgen regelmäßig.

News aus der Blase -die wichtigsten Themen, transparent aufbereitet: newsbubble.at

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