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Ausgebremst mit Tempo 80

Markus R. Leeb über einen strategischen Fehler der Grünen im Wahlkampf

Markus R. Leeb Porträt © Bild: News

Beinahe wäre es den Grünen diesmal gelungen, sich bei der bevorstehenden Nationalratswahl als echte Alternative für Wirtschaftstreibende zu präsentieren. Gerade die Klein- und Mittelbetriebe, das Rückgrat der heimischen Wirtschaft, sehen vieles faul im Staate Österreich. Mit unverbrauchten Ideen und Personen könnte eine Partei punkten.

Doch was die Grünen mit „Wirtschaft ohne Freunderl“ meinen, interessiert nur noch marginal. Denn als würde das grüne Desaster der verkehrsbeunruhigten Wiener Mariahilfer Straße nicht genügen, platzte die Spitzenkandidatin auch noch mit der Tempo- 80-Idee heraus.

Die Grünen zu wählen, so erklärte mir zu Wochenbeginn ein vielreisender Geschäftsführer, würde nun also bedeuten, für Tempo 80 einzutreten. Dies wolle er keinesfalls und werde daher lieber für die Neos mit dem Ministerkandidaten Hans Peter Haselsteiner votieren.

Ich führe dieses Beispiel als exemplarisch an. Man kann als wahlwerbende Partei nicht alle Interessen befriedigen. Und wer ein Signal in Richtung Wirtschaft setzen will, sollte nicht mit neuen Verboten locken. Es mag ja Freunde von Tempo 80 auf Freilandstrassen geben. Aber nicht in dieser Zielgruppe. Wirtschaftstreibende sind keine Bremser. Schleichen kostet, und daher geben sie Gas.

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