News of the World-Skandal von

Murdoch für tot erklärt

Makabere Hacker-Attacke. Medienmogul steht heute Rede und Antwort

News of the World-Skandal - Murdoch für tot erklärt © Bild: Screenshot

Im britischen Abhörskandal ist Medienmogul Rupert Murdoch am Dienstag vor dem Parlament in London erschienen. Auch sein Sohn James und die mittlerweile entlassene Chefin von Murdochs britischer Zeitungsgruppe News International, Rebekah Brooks, mussteen Rede und Antwort stehen. In einer weiteren Anhörung werden die zurückgetretenen Scotland-Yard-Chefs Paul Stephenson und John Yates befragt. Unterdessen haben Hacker auf der Website von "The Sun" eine fälschliche Todesmeldung des Moguls platziert.

Sie sehen sich Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. Murdoch hatte sich zur Schließung des Blattes gezwungen gesehen, nachdem herausgekommen war, dass Journalisten nicht nur Prominente abgehört und Polizisten bestochen, sondern auch Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens geknackt hatten.

Gefälschte Todesmeldung Murdochs
Unterdessen haben Hacker laut CNN kurzzeitig auf der Webseite der britischen Boulevardzeitung "The Sun" eine gefälscht Todesmeldung des Medienmoguls Rupert Murdoch platziert. Die Hackergruppe Lulz Security bekannte sich nach dem CNN-Bericht via Kurznachrichtendienst Twitter zu dem Angriff. "Wir haben's Sun/News of the World gezeigt". Und auf der Website stand: "Leiche des Medienmoguls gefunden".

Weitere Attacken angekündigt
Die Gruppe kündigte weitere Cyberattacken in den kommenden Tagen an. Lulz Security hat bereits Webseiten von Unternehmen wie Sony und auch des US-Senats und den Geheimdienst CIA attackiert.

Carey als Nachfolger?
Währenddessen werden bereits Murdochs Nachfolger gehandelt. Der Vertraute von Murdoch Chase Carey könnte einem Agenturbericht zufolge künftig den Chefposten einnehmen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen und hänge vom Auftritt Murdochs vor dem heutigen Ausschuss ab, berichtete Bloomberg. James Murdoch, der Stellvertreter des für das Tagesgeschäft zuständigen Vorstandes Carey ist, gilt bisher als Nachfolger seines Vaters an der Spitze des Firmenimperiums.

Reuters erfuhr von mit der Angelegenheit vertrauten Personen, dass das Direktorium von News Corp vollkommen hinter dem 80-jährigen Firmengründer und Chef Rupert Murdoch stehe. Es gebe einen Plan für die Nachfolge.

Die Abhöraffäre ist vor zwei Wochen übergekocht, als bekanntgeworden war, dass Reporter der inzwischen eingestellten Boulevardzeitung "News of the World" neben Prominenten auch Verbrechensopfer angezapft hatten. Besonders bekannt wurde der Fall der 13-jährigen Milly Dowler. Reporter manipulierten die Handy-Mailbox des Kindes und machten den Eltern so falsche Hoffnungen auf ein Überleben ihres Kindes. Insgesamt geht die Polizei davon aus, dass mindestens 4000 Menschen Opfer der Abhörpraktiken geworden sind.

Rücktrittsforderungen an Cameron
Vor der mit Spannung erwarteten Anhörung im Parlament sind inzwischen auch Rücktrittsforderungen an Premierminister Cameron laut geworden. "Wann tut der zwielichtige Dave endlich das, was sich gehört, und tritt zurück?", sagte etwa der Labour-Parlamentarier Dennis Skinner. Und sein Parteifreund Gerald Kaufman fragte: "Sollte der Premierminister nicht seine Position überdenken?"

Belastungszeuge tot aufgefunden
Am Montagabend teilte die Polizei mit, dass mit Sean Hoare einer der Belastungszeugen in der Affäre tot gefunden wurde. Es gebe jedoch keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen, hieß es von der Polizei in Hertfordshire. Britische Medien berichteten, dass Hoare, der wegen Alkohol- und Drogenproblemen gefeuert wurde, in seinem Haus in Watford gefunden wurde.