NEWS: Walser vor seinem Achtziger: 'Größt-
mögliche Unannehmlichkeit, Katastrophe'

Schriftsteller feiert am 24. März 80 Geburtstag Sieht den "großen" Tag selbst als Tag mit Grausen

Der Schriftsteller Martin Walser, der am 24. März den 80. Geburtstag feiert, sieht dem Tag mit Grausen entgegen, wie er im Interview für die neuste NEWS-Ausgabe sagt. Der Geburtstag bedeute für ihn "größtmögliche Unannehmlichkeit. Lauter Leute gratulieren einem zu etwas, was man selber nur als Katastrophe empfinden kann. Geburtstage sind eo ipso Täuschungsveranstaltungen, zum Teil leere Formalismen."

Die schlimmsten Augenblicke seines Lebens hätten mit Krankheit und Hinfälligkeit zu tun. "Wenn man elend krank ist, wenn man merkt, dass man schon einen leichtest ansteigenden Weg nicht mehr gehen kann. Wenn in der Herzgegend alles versagt und du keine Luft mehr kriegst, dann ist das schlimm, aber erst nachher, denn im Augenblick ist man ganz im Kampf und in der Abwehr."

Sein größtes Glück sei das "Unglücksglück": "Wir wären nicht glücklich, wenn wir das Unglück nicht kennten. Glück ohne Unglück ist wie ein Raum ohne Wände. Alles braucht seine Begrenzung. Wenn das Leben später nicht aufhören würde, wäre es nie schön."

Zum Geburtstag bringt Walser bei Rowohlt einen Band mit 39 Balladen, illustriert von seiner Tochter Alissa. Deren Gewinn des Bachmann-Preises zählt Walser zu den schönsten Augenblicken seines Lebens.

Seinem alten Widersacher Reich-Ranicki gönnt er die Medienabwesenheit: "Er darf ja auch, so alt, wie er ist. Mir fehlt er nicht direkt."

Walser arbeitet an der Herausgabe des zweiten Bandes seiner Tagebücher und an einem neuen Roman mit dem Titel "Das 13. Kapitel": "Es geht um fünf Menschen, die es gut mit einander meinen, ohne dass es ihnen gelänge, einander zu retten."

Den Geburtstag selbst wird er als Vorlesender in Leipzig verbringen.

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