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Love me Tinder

Daniel Steinlechner über die erfolgreiche Dating-App Tinder und neue Konzepte

Daniel Steinlechner © Bild: News

Tinder ist so erfolgreich, wie man es von einer App, die Gelegenheitssex ohne große Verpflichtungen verspricht, erwarten kann: sehr erfolgreich. Es gibt inzwischen auch Tinder für Promis und seit Kurzem auch für Technofans: Die App Mix’d bringt Leute zusammen, die dieselben DJs gut finden.Damit gehört die Horrorvorstellung paarungsbereiter Stadtbewohner, dass nicht Minimal Techno, sondern Andreas Gabalier den Übergang ins Schlafzimmer einleitet, der Vergangenheit an. Auch muss nie wieder eine junge Liebe scheitern, weil die Auserwählte David Guetta für einen ernst zu nehmenden Künstler hält.

Natürlich wäre das Konzept noch ausbaubar: Der Schmerz eines Laktoseintoleranten, der im Kühlschrank des Tinder-Dates gewöhnliche Milch vorfindet, müsste nicht sein. Die Therapiekosten einer Veganerin, die beim Zungenkuss den bitteren Geschmack von Fleisch zwischen den Zähnen des Erwählten geschmeckt hat, könnte man sich sparen. Wir bräuchten nur endlich ein Tinder, das uns mit uns selbst verkuppelt. für Beziehungen, die berechenbar, dauerhaft und schmerzlos sind.

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