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Streit um die Straßenbahn

Wohnungseigentümerin Doris L. aus Graz kämpft gegen Behörden um ihren Schlaf

NEWS kämpft für Sie - Streit um die Straßenbahn © Bild: Bigshot.at/Harry Schiffer

Eigentlich würde man annehmen, dass neue Straßenbahnen immer leiser als ihre Vorgängermodelle sind. Das kostet Doris L. (72) aus Graz allerdings nur ein – im wahrsten Sinne des Wortes – müdes Lächeln. Frau L. klagt darüber, dass es ausgerechnet die vor drei Jahren von der Stadt Graz angeschafften neuen Garnituren sind, die ihr nun jede Nacht den Schlaf rauben. Die alten Garnituren, die seit Jahrzehnten im Einsatz sind, wären deutlich leiser als die modernen.

Damit ist für Frau L. die zentrale Lage ihrer Eigentumswohnung zum Fluch geworden. Da diese an einem neuralgischen Verkehrsknoten liegt, leidet sie besonders unter den Erschütterungen, die durch die Straßenbahnen entstehen. Laut Frau L. – und sie teilt diese Meinung mit der Bürgerbewegung „Straßenbahnanwohnerinnen“– hätten
besonders die neuen „Variobahn“-Garnituren den Erschütterungslärm deutlich erhöht. Die Pensionistin sieht sich auch durch Lärmmessungen bestätigt.

NEWS hat einen Lokalaugenschein vorgenommen. Tatsächlich löst jede vorbeifahrende Straßenbahn ein deutliches Vibrieren in der Wohnung aus. Die Gläser klirren, und wie bei einem kleinen Erbeben zittert das ganze Haus. „Unser Leben ist stark beeinträchtigt und ich leide an ständigen Schlafstörungen“, klagt Frau L.. Denn der Alltag findet nun im Rhythmus der Straßenbahn statt. Sie wacht in der Früh mit der ersten Bahn auf und kann erst nach Beendigung des Fahrdienstes störungsfrei zur Ruhe kommen – sofern nicht nächtliche Reparaturarbeiten an den Gleisen den Schlaf weiter stören.

Streit um die Straßenbahn

Frau L., die seit 1965 in dem Haus wohnt, meint, dass das Problem erst mit Einführung der neuen Garnituren aufgetreten sei. Davor hätte es über viele Jahrzehnte nie Probleme gegeben. Auch viele andere Grazer teilen diese Ansicht. Wofür auch eine Onlinepetition der Bürgerinitiative spricht, die fast 1.200 Personen unterschrieben haben. Bei der Graz Holding,die den öffentlichen Verkehr in der steirischen Landeshauptstadt abwickelt, ist man sich des Problems bewusst und verweist auf zahlreiche Maßnahmen die man gesetzt habe, um die Situation zu verbessern.

Der Bürgerinitiative ist das zu wenig. Sie argumentiert mit challmessungen im Auftrag der steirischen Umweltanwaltschaft, sowie eine medizinische Stellungnahme, die massive Lärmbeeinträchtigung festgestellt hätten. Bei der Graz Holding sieht man hingegen alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten. Die neuen Bahnen seien mittlerweile deutlich erschütterungsärmer als die alten. Dennoch sei man bemüht, die Situation der Anrainer weiter zu verbessern.

Und so hilft NEWS

NEWS hat bei der Graz Holding nachgefragt. Diese führte sofort bei Frau L. einen Lokalaugenschein mit einem Bauingenieur durch. Nun wird versucht, einen gangbaren Weg zu finden, wie sich die Situation von Frau L. verbessern lässt. „Wir überlegen, was wir tun können, und versuchen, für alle Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung zu finden“, verspricht der Konzernsprecher der Graz Holding, Gerald Pichler. Mit der Bürgerinitiative wird es von Seiten der Stadt Graz bis Anfang Dezember ebenfalls weitere Gespräche geben, um mögliche weitere Verbesserungen der Situation auszuloten.

NEWS bleibt dran!

Kommentare

Die Anwohner erwarten sich dass die Eigentümervertreter der Holding-Graz-Linien sich ihrer Verantwortung auch gegenüber ihren Wählern bewusst werden um das Dauer-Beben in den Häusern abzustellen.

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