NEWS zu Seipel-Nachfolge: Husslein steht nicht als KHM-Nachfolgerin zur Verfügung

Belvedere-Chefin plädiert für internationale Lösung "20er Haus": Husslein fordert 4 Millionen Euro mehr

NEWS zu Seipel-Nachfolge: Husslein steht nicht als KHM-Nachfolgerin zur Verfügung

Agnes Husslein, seit Jänner amtierende Direktorin der Österreichischen Galerie im Belvedere, steht für die Nachfolge Wilfried Seipels an der Spitze des Kunsthistorischen Museums nicht zur Verfügung. Das berichtet NEWS in seiner aktuellen Ausgabe. "Definitiv nicht", erklärt Husslein auf die entsprechende Frage. "Ich bin jetzt seit neun Monaten im Amt und habe einen Fünfjahresvertrag. Ich bin glücklich hier, tue meine Arbeit aus vollem Herzen und mit voller Überzeugung. Was ich beginne, vollende ich auch."

Zu den oft genannten Namen Max Hollein, Klaus-Albrecht Schröder und Gerald Matt befragt, differenziert sie im Interview: "Ich kommentiere das nicht im Detail. Ich kenne Max Hollein allerdings. Er ist ein sehr verantwortungsvoller, talentierter junger Mann, der gerade in Frankfurt große Aufgaben übernommen hat. Ich würde mich wundern, wenn er etwas verließe, was er soeben begonnen hat. Im Übrigen finde ich gut, dass die Position international ausgeschrieben wird. Ich glaube, das Kunsthistorische Museum braucht einen internationalen Fachmann. Eine Person mit internationaler Erfahrung und internationalen Beziehungen."

Sie selbst kann mit den zusätzlichen 1,7 Millionen Euro Subvention, die ihr für 2008 zuerkannt wurden, nur dieses eine Jahr bestreiten. Für 2009 fordert sie eine Erhöhung von vier Millionen Euro zum Betrieb des "20er Hauses", das ihr als Museum für österreichische Gegenwartskunst überantwortet wird. Das Haus soll Ende 2008 wieder eröffnet werden. An allfälligen Verzicht darauf denkt Husslein nicht.

NEWS: Wie stehen Sie zu den Plänen der Ministerin, die Ausstellungsprogramme der Museen zu koordinieren?

Husslein: Grundsätzlich ist es gut, wenn man die Aufträge der Museen zur Diskussion stellt. Was die Kommunikation unter den Direktoren betrifft, so besteht absoluter Verbesserungsbedarf. Ich arbeite transparent, bei mir stehen sämtliche Pläne bis 2010 im Netz, und ich habe auch kein Problem damit, der Ministerin einen Dreijahresplan vorzulegen.

NEWS: Das Museum für Angewandte Kunst zeigt zum Beispiel fast alles außer Angewandte Kunst.

Husslein: Das MAK hat eine der bedeutendsten Sammlungen für Angewandte Kunst, und die Ministerin wird sich das ansehen. Eine konstruktive Analyse kann nicht schaden. Ein Haus braucht eine klare Position. Es geht nicht nur darum, Ausstellungen zu machen, sondern auch um die Vermittlung. Die Menschen sollen wissen, was sie im Museum erwartet. Die hiesigen Grabenkämpfe sind für mich vollkommen uninteressant. Dieses Haus hat einen ganz konkreten, historisch belegbaren Auftrag, nämlich österreichische Kunst im internationalen Kontext zu zeigen. Das mache ich und werde ich machen, und deshalb kann ich mich getrost auf mein eigenes Museum konzentrieren. Bliebe es aber bei den 1,7 Millionen, so "hätte das Konsequenzen bis zur Verringerung der Ausstellungen."

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