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"Viele Lehrer schenken Noten her"

Alltag in Hauptschulen: Durchkommen, auch wenn die Leistungen nicht passen

Lehrer in Schule © Bild: Thinkstock

Damit Schüler überhaupt einen Abschluss bekommen, werden viele in der Hauptschule besser benotet, als es ihren Leistungen entspricht, kritisiert Bildungsexpertin Heidi Schrodt. Besonders betroffen: Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache.

Die sogenannten 4-4-4er-Kinder sind eines der größten Probleme des Bildungssystems. So heißen im Lehrer-Jargon Schüler, die den Pflichtschulabschluss nur mit lauter Vierern im Zeugnis schaffen.

Die langjährige Wiener AHS-Direktorin Heidi Schrodt hat das Buch "Sehr Gut oder Nicht genügend? Schule und Migration in Österreich“ geschrieben. Ihr wurde bei der Recherche von Lehrern bestätigt, was viele längst vermuteten: Mit der Notenwahrheit ist es nicht weit her. "In der Volksschule sind es Akademikereltern, die auf gute Noten drängen, und in der Hauptschule sind die Lehrer vielfach mit der Behebung der Sprachdefizite überfordert“, meint Schrodt. Im Buch wird der Direktor einer Berufsschule in Eisenstadt zitiert, der schätzt, 90 Prozent der Noten an seiner Schule würden nicht stimmen.

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Kommentare

silvia1201 melden

ich habe 30 jahre lang an der hauptschule unterrichtet und in den letzten 15 jahren wurden wir gezwungen, den schülern positive noten zu schenken. an unserer schule gab es einen hohen prozentsatz mit nichtdeutscher muttersprache - in meiner klasse war oft nur ein österreicher. die schüler waren unwillig und verhaltensoriginell, und sie wußten genau bescheid um ihren positiven abschluss.

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Liebe Silvia, was Sie weiter unten geschrieben haben, tut mir sehr Leid! Ich hoffe, Sie haben sich in der Zwischenzeit wieder erholt. Das alles ist so in der Öffentlichkeit nicht bekannt. Wir sehen nur die positiven Noten und den mehr als peinlichen Wissensstand der jungen Leute. Ich frage mich gerade, was der Grund für diese Anweisungen (gewesen) sein könnte...

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Wir können jetzt bloß hoffen, dass die Journalisten an dieser Geschichte dran bleiben und weiter stochern.

Früher brauchte man mehr Hilfskräfte und die fehlende Bildung fiel kaum auf. Heute brauchen alle eine weitere Berufsausbildung und einige können nicht und viele wollen gar nicht. Die Schule kann nur ein Angebot bieten, die Schülerinnen und Schüler müssen es aber annehmen wollen! Jeder kann nur sich selbst motivieren, niemand kann einen anderen dazu bringen, sich anstrengen zu wollen.

Irgendwann werden wir froh sein, dass die Kinder überhaupt etwas schreiben können - so richtig, ohne Tastatur! Wir werden von Tag zu Tag dümmer... Ein Hoch auf unsere (Bildungs)Politik!

SWWien melden

Ich unterrichte an einer Hauptschule und kann dies - leider - nur bestätigen! Allerdings ist es mir passiert, dass ich die tatsächlichen Noten nicht geben durfe und dazu aufgefordert wurde, besser zu beurteilen. "Das fällt sonst auf Sie und die Schule zurück.."

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Leider fällt es aber auch auf Sie und die Schule zurück, wenn sich während einer Berufsausbildung herausstellt, dass die Leistungen nicht der Benotung entsprechen. Die Eltern müssen von Anfang an verstehen, dass sie es sind, die die Kinder zum Lernen anhalten müssen. Zivilcourage ist gefragt! Sie nehmen den Betreffenden die Chance, etwas zu verbessern. Ob sie sie annehmen ist deren Angelegenheit.

silvia1201 melden

meine zivilcourage wurde mit vehementem mobbing von oben 'belohnt' mit der folge, dass ich beinahe an einem herzinfarkt starb und arbeitsunfähig war. davor hatte ich mich geweigert, noten herzuschenken bzw. das schularbeitsniveau so zu senken, dass ja alle positive ergebnisse haben würden. so, wie das system derzeit läuft, werden nur nützliche idioten in das leben entlassen.

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