NEWS über den Post-Börsengang: So soll das gelbe Wertpapier zur Volksaktie werden

"Österreichische Post ist fit für liberalisierten Markt!" Euphorie bei Analysten, Post-Gewerkschafter bremst

Ab Anfang Juni stehen Österreichs Briefträger unter strengster Beobachtung. Denn Zehntausende Besitzer der gelben Volksaktie werden die Effizienz der Postfüchse im Hinblick auf ihre eigene Rendite im Auge behalten. Wettbewerb pur ist angesagt, wenn die Staatsholding ÖIAG wie geplant 49 Prozent ihrer Anteile an der Post AG verkauft. Die Marktwirtschaft wird hart wie ein Poststempel ins Unternehmen knallen.

NEWS über den Post-Börsengang: So soll das gelbe Wertpapier zur Volksaktie werden

Noch feilt die ÖIAG an den Details des wichtigsten Börsenganges des Jahres. Wie NEWS-Recherchen ergaben, soll es ein umfangreiches Programm geben, um die gelbe Aktie als echte Volksaktie zu platzieren. Hier die geplanten Details, die freilich erst den Sanktus von ÖIAG und Finanzminister bekommen müssen:

Bonus für Kleinanleger
Privatanlegern, die Post-Aktien ordern, soll eine fixe Zuteilung garantiert werden. Die ÖIAG will hierfür die Grenze zwischen 750 und 1.000 Euro ansetzen. Wer die Aktie länger als ein Jahr hält, wird dafür mit einem voraussichtlich zehnprozentigen Bonus in Form von Post-Gratisaktien belohnt. Eine Ticket-Aktion für Frühbucher wie beim Börsengang der Telekom Austria vor sechs Jahren fällt dem engen Zeitplan der Privatisierung zum Opfer.

Der Preis ist heiß
Um die Post als Volksaktie zu etablieren, muss der Ausgabepreis stimmen. Wie Top-Experten meinen, wird das Preisband voraussichtlich zwischen 13 und 18 Euro liegen. Das obere Ende des Preisbandes würde mehr Geld in die Staatskasse spülen (bis zu 700 Millionen sind möglich) - ein günstigerer Preis würde der Aktie allerdings mehr Phantasie verleihen und damit die Nachfrage ankurbeln. Die Nominale der Post-Aktie beträgt jedenfalls fünf Euro, denn der Wert des Grundkapitals wurde mit 350 Millionen fixiert, und 70 Millionen Aktien werden ausgegeben. Über das endgültige Preisband entscheiden aber Finanzminister Karl-Heinz Grasser als Eigentümer und Hauptnutznießer des Börsengangs, die beiden ÖIAG-Vorstandsbosse Peter Michaelis und Rainer Wieltsch sowie der Vorsitzende des Privatisierungsausschusses, Magna-Chef Siegfried Wolf.

Gute Dividende
Analysten bewerten die Post-Aktie als defensives Wertpapier und rechnen mit einer jährlichen Rendite von bis zu drei Prozent. Damit sollte ein längerfristiges Halten der Aktie attraktiver werden. Starke Basis einer attraktiven Dividendenpolitik sind auch die Kronjuwelen im Immobilien-Bereich der Post. In der aktuellen Bilanz sind diese mit rund 434 Millionen Euro bewertet, der tatsächliche Wert beträgt nach Einschätzung von Experten aber fast das Doppelte.

Börsenstart
Die Post-Aktie wird in der letzten Mai-oder ersten Juniwoche erstmals im Leitindex ATX der Wiener Börse notieren. Roadshows für wichtige institutionelle Investorengruppen sind bereits für Mitte Mai angesetzt. Für Marketing und PR rund um den Börsengang wurde die Agentur Ogilvy von der ÖIAG beauftragt.

Kurspotenzial
Laut ÖIAG soll der Post-Börsengang eine astreine Erfolgsaktie hervorbringen - immerhin schrieben die Postfüchse im Vorjahr bei einem Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro mit 103 Millionen einen Rekordgewinn. Post-Gewerkschafts-Boss Gerhard Fritz ist weit skeptischer: "Große Wachstumsideen für die Zukunft sehe ich nicht. Ich werde auch keine Aktien zeichnen, denn ganz überzeugt bin ich vom Erfolg des Börsenganges nicht."

Abseits des politischen Geplänkels schätzen Analysten die Aussichten euphorischer ein. Alois Wögerbauer von der 3-Banken-Generali-Gruppe teilt den Optimismus: "Die Qualität der Post ist besser, als man allgemein vermutet. Und das Geschäftsmodell ist einfach zu verstehen. Die Post-Aktie wird kein Zockerpapier, sondern ein solides Investment." Die Post selbst promotet den Börsengang als Wachstumsstory, wobei besonders in Osteuropa neue gewinnbringende Geschäftsfelder erschlossen werden sollen. Post-Generaldirektor Anton Wais: "Die Österreichische Post ist fit für den liberalisierten Markt."

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS!