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Frank Stronach, doch berechenbar

Der Abgesang des Team Stronach war vorhersehbar.

Inside - Frank Stronach, doch berechenbar © Bild: NEWS/Herrgott Ricardo

Eine kleine Korrektur: Vergangene Woche machte ich mich an dieser Stelle über die obskure Vorstellung lustig, eine SSS-Liste könne Österreich führen. Unter anderem deshalb, weil für eine von Spindelegger geführte Regierung die Partner Strache und Stronach "völlig unberechenbar" seien. Ich hätte schreiben müssen: Stronach ist berechenbar. Wenn man beispielsweise seine Wirkungsgeschichte im Fußballgeschäft aus der Nähe miterlebt hat.

Ex-Minister Streicher, Präsident der damals finanzschwachen Wiener Austria, hatte vor 14 Jahren den Austro-Kanadier für Investitionen gewonnen. Nur so könne er die Herzen der Österreicher gewinnen. Gesagt, getan: Stronach investierte in sieben Jahren 80 Millionen Euro, mit durchwachsenem Erfolg: der violette Nobelklub wurde in dieser Ära immerhin zweimal Meister und viermal Cupsieger, konnte sich international aber nicht ganz oben etablieren. Je zäher diverse Bauprojekte für Einkaufszentren und Stadien verhandelt wurden - in Österreich dauert das eben länger als in Kanada -desto mehr verlor der stets auch von Geschäftsinteressen geleitete Frank die Lust an seinem Spielzeug. Er gründete einen eigenen FC Magna - auch in Wr.Neustadt hielt es ihn damit nicht lange - und sperrte blitzschnell die erfolgreiche Nachwuchsakademie in Hollabrunn zu.

Allein: Stronach hinterließ keinen Trümmerhaufen, die Austria wurde 2012 wieder Meister. Aber schade: es wäre schon zuvor mehr möglich gewesen. Wenn Stronach nicht seine Meinungen so rasch getauscht hätte wie seine Einflüsterer, wenn er beratbar gewesen wäre, nachhaltiger im Denken und Tun. Kurzum: wenn er ein guter Manager seines eigenen Geldes gewesen wäre und kein altertümlicher Diktator. In der Politik handelt er ähnlich. Daran scheiterte er vor 25 Jahren in Kanada, daran scheitert er nun in Österreich.

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