Politik von

Josef Moser:
Berechenbar unberechenbar

Politik - Josef Moser:
Berechenbar unberechenbar © Bild: APA/Punz

Als sich die Regierungsspitze Expertenwissen noch nicht als Besserwisserei von außen verbat, holte ihn Sebastian Kurz in sein Team: Josef Moser. Wie viel Politiker steckt nun im Ex-Chef des Rechnungshofs? Und warum ist der Ex-Mitarbeiter Jörg Haiders heute das Feindbild der FPÖ?

Zwölf Jahre lang war Josef Moser die Antithese eines lustig winkenden Sparefrohs. Als strenger Rechnungshofpräsident suchte und fand er zu stopfende Löcher in den Taschen der Republik, dozierte, wo es an Reformen fehle. 2016, am Ende seiner zwei Amtsperioden, hinterließ er einen Katalog von 1.007 Vorschlägen, die der Politik beim Sparen helfen sollten. Und trotzdem -oder deswegen - war er in der Öffentlichkeit durchaus populär. ÖVP und FPÖ ritterten damals um die Personalie Moser. Die Blauen wollten ihn als Präsidentschaftskandidaten. Das schien nicht unlogisch, schließlich hatte er früher bei Jörg Haider und im FPÖ-Parlamentsklub gearbeitet. Doch Moser winkte ab.

Sebastian Kurz war in der Anwerbung erfolgreicher: Er präsentierte Moser im Nationalratswahlkampf 2017 als parteilosen Kandidaten für die türkise Liste. In den darauf folgenden Koalitionsverhandlungen arbeitete Moser in Marathonsitzungen endlose Kapitel für die ÖVP ab, wurde am Ende zu aller Überraschung jedoch nicht Finanzminister. Die Justiz und Staatsreformen hat er nun zu verantworten. Vor allem im zweiten Bereich soll er wieder einmal herausfinden, wo im Staat, wo zwischen Bund und Ländern gespart werden kann. Nur ist das alles ein bisschen komplizierter geworden, seit er mitten drin und nicht mehr nur dabei ist.

Moser ist heute jener Mann im türkis-blauen Koalitionsgefüge, bei dem die Blauen das "Nicht streiten"-Mantra der Spindoktoren vergessen. Und jener Mann, bei dessen Namensnennung sich Landeshauptleute milde lächelnd zurücklehnen und klarmachen, dass weniger Macht für die Länder eher nicht am Ende der Bundesstaatsreform stehen werde. Und überhaupt: Wo, bitte sehr, habe dieser Mann denn seine politische Hausmacht?

Die ganze Geschichte lesen Sie in der aktuellen Printausgabe von News (Nr. 13/2019)!