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Ein Geschöpf der Beauty-Industrie

David Pesendorfer über das Persönlichkeitstraining der Miss Austria.

David Pesendorfer © Bild: NEWS/Stögmüller Katharina

Zynischer Aristokrat nimmt sich einfachen Persönchens an, lehrt sie die sogenannten guten Sitten der sogenannten besseren Gesellschaft – und macht sie so zum hilflosen Objekt seines Willens: Das Grundmotiv aus Shaws „Pygmalion“ lässt sich problemlos auf das „Making-of“ unserer amtierenden Miss Austria (siehe Story, Seite 106) übertragen.

Ein süßes Mäderl aus der Provinz, das bereits in Wien Heimweh befällt, wird nach allen Regeln der globalen Gleichmacherei zu einem Geschöpf geformt, das den weiteren 124 Kandidatinnen der Miss-World-Wahl möglichst ähnlich sein soll. Zaghaftes Motto: Das Gemeinsame betonen, nur ja nicht das Eigenständige! Dabei lehrte uns gerade der Triumph von Conchita Wurst, dass nur der umgekehrte Weg zum Sieg führen kann.

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