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Österreichisches Bankendesaster

Markus Leeb über einen katastrophalen Sanierungsversuch

Wirtschaft - Österreichisches Bankendesaster © Bild: NEWS/Stögmüller Katharina

Am 27. Februar des Vorjahres musste die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) gerettet und teilverstaatlicht werden. Die Republik - also wir alle - hat dabei 700 Millionen Euro an Partizipationskapital verloren. Es wurden nochmals 250 Millionen Euro an Steuergeld in eine Kapitalerhöhung investiert. 300 Millionen Euro an staatlichem Partizipationskapital stecken noch in der ÖVAG. Bis 2017 verlangt die Republik das Geld, in Summe 550 Millionen Euro, zurück. Bis zum Sommer will die EU dazu einen Fahrplan sehen - oder wird einen eigenen vorschreiben. Die ÖVAG hat in ihrer aktuellen Bilanz nur einen Verlust von 131 Millionen Euro zu bieten. Schlimmer als erwartet.

Das nächste Bankendesaster zeichnet sich ab. Die österreichischen Volksbanken sind genossenschaftlich organisiert. Im Wesentlichen gibt es 58 regionale Banken, die jeweils am Land stark sind. Die Gefahr besteht, dass diese im Grunde gesunden Banken ausgequetscht werden, bis sie nicht mehr alleine lebensfähig sind. Dann kommt es zu einer Zentralisierung. Es läuft auf eine Konzernbildung hinaus. Die gesunden Regionalbanken werden jener ÖVAG untergeordnet, deren größenwahnsinnige Manager die Pleite erst verursacht haben. Und Österreich hat eine weitere marode Konzernbank, die keiner braucht.

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