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Brandstifter helfen einander

NEWS-Herausgeber Peter Pelinka über das umstrittene Mohammed-Video

NEWS-Redakteur Peter Pelinka © Bild: NEWS

Der Macher des primitiven Anti-Mohammed-Filmes (er könnte auch von der FPÖ-Politikerin Susanne Winter stammen, die für ähnliche Verunglimpfungen des Islams gerichtlich verurteilt wurde) ist angeblich ein koptischer Christ. Der antiwestliche Mob, der derzeit durch einige arabische (nicht nur) Länder tobt, sorgt sich angeblich um das Ansehen des Propheten.

Dahinter stecken die eigentlichen Brandstifter: in den USA ein Netzwerk ultrareligiöser Rechtsextremisten, auf der Gegenseite diverse Arme der Al-Qaida-Terroristen. Beide eint die Lust an der Aufschaukelung der Konflikte: Je mehr Moslems über antimoslemische Ausfälle toben, desto mehr sehen sich antiislamische Eiferer bestätigt – da sieht man ja, wie hasserfüllt „die“ Moslems sind.

Eine ähnliche Provokation wie jene des evangelikalen Pastors Terry Jones, der mit der Ankündigung einer öffentlichen Koran-Verbrennung das Leben von US-Bürgern aufs Spiel gesetzt hatte. Ihm wurde eben zu Recht in Deutschland die Einreise untersagt – so wie wohl auch zu Recht die von deutschen Rechtsextremisten geplante öffentliche Vorführung des US-Videos. Es ist auch kein Zufall, dass US-Präsident Barack Obama das gemeinsame Feindbild von reaktionären arabischen Moslems und amerikanischen Christen ist.

Insbesondere fanatische Republikaner wollen den US-Präsidenten (hämisch wird ihm sein zweiter Vorname Hussein vorgeworfen) stürzen, indem sie ihm eine zu weiche Haltung gegen islamistischen Terror unterstellen. Den wollten sie mit der Propagierung des Videos anheizen. Derzeit scheint das in die Hose zu gehen. Denn Terrorpate bin Laden wurde unter Obama getötet. Und sein Gegenkandidat, Multimillionär Mitt Romney, hat sich eben mit einer Brandrede gegen die ärmere Wählerhälfte entlarvt.

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