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Kleine Löhne mit großer Wirkung

Markus R. Leeb über die notwendige Steuererleichterung

Markus R. Leeb © Bild: NEWS/Katharina Stögmüller

Die Steuern sind zu hoch. Abgesehen davon, dass nahezu jeder Steuerzahler dies schon immer wusste, wurde der Bogen in Österreich nun überspannt. Der Unmut über den nimmersatten Fiskus, der Arbeitnehmern schon die Hälfte ihres Lohnes abnimmt, zwingt die Regierenden zum Handeln.

Gezankt wird nur mehr über den Zeitpunkt einer steuerlichen Entlastung. Besser heute als morgen lautet die einhellige Antwort von Wirtschaftsforschern, Arbeitnehmervertretern und Arbeitgebern. Vor allem den Beziehern niedriger und mittlerer Einkommen sollte so rasch wie möglich mehr Netto-Bargeld vom Bruttolohn bleiben. Das hilft der gesamten Volkswirtschaft, also uns allen, am meisten.

In den vergangenen Jahren sind die Arbeitnehmerentgelte (2014: 163,5 Mrd. Euro, plus 3,0 Prozent) stärker gestiegen als der private Konsum (2014: 171,6 Mrd. Euro, plus 2,5 Prozent). Eine Steuerentlastung kann diesen Trend umkehren. Die niedrigsten Einkommensgruppen haben meist auf Konsumausgaben verzichtet. Genau diese Menschen werden ihren gestiegenen Nettolohn am ehesten ausgeben. Bezieher höherer Einkommen würden mehr sparen. Steigender Privatkonsum erhöht nicht nur die Staatseinnahmen aus der Mehrwertsteuer, sondern kurbelt die gesamte Wirtschaft an. Und das schafft Jobs.

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