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Schweizer Sorge um Schwarzgeld

Markus R. Leeb über unsere besorgten Schweizer Nachbarn

Markus R. Leeb Porträt © Bild: News

Unsere Schweizer Nachbarn machen sich Sorgen, und dabei geht es auch um uns Österreicher. Genauer gesagt: Es geht um die Steuerabkommen, welche die Schweiz mit Deutschland, Großbritannien und Österreich geschlossen hat. Der Plan ist, für österreichisches Geld, das in der Schweiz lagert, eine Abgeltungssteuer einzuführen. Damit wäre die Schweiz als Steueroase für Österreicher unattraktiv.

Das ist das Ziel aus österreichischer Sicht. Finanzministerin Maria Fekter erwartet dadurch zusätzliche Steuereinnahmen von einer Milliarde Euro. Immerhin verwalten die Schweizer Banken Kundenvermögen in der Höhe von 4.400 Milliarden Euro. Das ist eine Summe, mit der die Republik Österreich 27 Jahre lang den Staatshaushalt bestreiten könnte. Gut 1.100 Milliarden Euro von diesem „Schatz“ auf Schweizer Konten ist laut Schätzungen unversteuertes Geld aus dem Ausland.

Nun machen konservative Schweizer Politiker gegen die Steuerabkommen mobil, weil sie den Abfluss von Hunderten Milliarden Euro fürchten. Sie sorgen sich nicht etwa, weil sie jahrelang die Schwarzgeldkultur gefördert haben. Vielmehr sehen sie die Schweiz sogar als „Opfer“ anderer Staaten wie Österreich, die dringend Geld benötigten. Sie fürchten um Wohlstand, der auf Unrecht gebaut ist.

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