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Wie das Parlament belogen wurde

Kurt Kuch über die neuen Eurofighter-Enthüllungen

NEWS Kommentar - Wie das Parlament belogen wurde © Bild: NEWS/Herrgott Ricardo

Erinnern Sie sich noch an den Eurofighter-Untersuchungsausschuss? Der dominierte das Jahr 2007. Gezählte 48 Sitzungen hat dieser parlamentarische Aufklärungsversuch gedauert, mehr als 100 Zeugen wurden einvernommen. Alles sollte auf den Tisch - obwohl sich einige Parteien und Politiker mit Händen und Füßen wehrten.

6.100 Seiten umfasst das Protokoll dieses U-Ausschusses. Und jetzt, sieben Jahre später, müssen wir feststellen, dass das Wort "City Chambers Limited“ auf diesen 6.100 Seiten kein einziges Mal vorkommt.

Wie ist das möglich? Denn wie sich jetzt herausstellt, haben Prüfer im Auftrag von EADS herausgefunden, dass diese kleine Firma einst mehr als acht Millionen Euro dafür kassiert hat, dass Österreich Eurofighter kauft. Wie konnte diese Summe dem U-Ausschuss verheimlicht werden?

Und warum findet sich heute im gesamten Weltkonzern EADS niemand, der sagen kann, wer der Eigentümer der Firma "City Chambers“ war? Bei wem sind die acht Millionen Euro denn letztlich gelandet? Klar ist nur, dass wir Steuerzahler und das Parlament belogen worden sind.

Das kann nur eine Folge haben: Der Eurofighter-Untersuchungs-Ausschuss muss sofort wieder eingesetzt werden.

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