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Für Manfred Deix in Verehrung

Heinz Sichrovsky zum 65. Geburtstag eines genialen Mannes

NEWS Kommentar - Für Manfred Deix in Verehrung © Bild: NEWS/Herrgott Ricardo

Die Klientel war die falsche. Sonst hätte vor 40 Jahren die Plastische Chirurgie einen phantastischen Aufschwung nehmen müssen, als sich Manfred Deix an den Ausformungen des österreichischen Antlitzes beiderseits der Gürtellinie zu berauschen begann.
Die Menschen aber, an denen er Maß nimmt, tragen jeden Kubikdezimeter ihrer wuchernden Schönheit mit Stolz, jede Bremsspur im Feinripp mit Würde. Welcher Kieferchirurg immer damit spekuliert hätte, aus dem Rückbau von Zahnfleischgebirgen ein Vermögen zu generieren - er hätte sich verschätzt. Und das mit Recht: Deix malt seit langem keine Politiker mehr. Sie haben ihn im Stich gelassen mit ihren Nicht-Gesichtern. Als ihm Sinowatz abhanden kam, war die Sache prinzipiell schon gelaufen. Die hinter Jörg Haiders gefälligem Antlitz lauernde Grimasse freizulegen, sich an Klestils distinguiertem Triebstau zu begeistern war noch eine Art Herausforderung. Dann trat auch Kurt Krenn zurück, und Manfred Deix verstand, was er an seinen Normalösterreichern hatte. In diesen Tagen wird er 65. Es wird einen Film mit seinen animierten Gestalten geben, ein Museum hat er schon, und ich umarme ihn in Verehrung.

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