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Landwirt Volkart K.

"Äcker werden ständig überschwemmt. Schuld sind kaputte Kanäle. Behörden tatenlos"

Den Landwirten bricht der Boden unterm Traktor ein. Alle
Behörden wissen Bescheid. Dennoch wird das Problem immer schlimmer. © Bild: NEWS/Marcus Deak

Das Bauer Siegfried W. (74) erzählt, klingt wie aus einem schlechten Film: Vor drei Wochen sei er mit einer Erntemaschine über sein Feld gefahren. Auf einmal sei der Boden unter ihm eingebrochen. „Das Wasser ist herausgeronnen wie ein See“, erzählt W. beim NEWS-Lokalaugenschein in der Steiermark.

Was W. erlebt hat, kennen mehrere andere Landwirte aus der Region um Fohnsdorf seit Jahren. Auf dem Feld von Volkart K. (45) etwa klafft ein riesiges Loch, durch das Wasser sprudelt. Wenn es stärker regnet, werde sein Acker überschwemmt, erzählt der Landwirt. Seit vier Jahren sei das Problem allen Behörden bekannt. Es werde immer schlimmer. Was K. aufregt: Bis heute fühle sich niemand zuständig.

Bergbau-Firma weigert sich.

Was steckt dahinter? Vor Jahrzehnten wurden in der Region ohne viel Aufhebens Bäche in unterirdische Kanäle verlegt. Diese stürzen mehr und mehr ein. Oft reiche der Wasserdruck, um den Boden von unten her aufzubrechen, meinen die betroffenen Bauern. Sie klagen über Ernteausfälle und Grundstücksentwertung. Er habe angeboten, das Loch im Acker selbst zu sanieren, meint K. Da aber bis heute rechtlich nicht geklärt ist, wem die Kanäle gehören, hätte er riskiert, auch in Zukunft verantwortlich gemacht zu werden. Tatsache ist, dass die Region früher Bergbaugebiet gewesen ist. Es gibt zahlreiche Indizien, dass die einstige Bergbaugesellschaft ÖAMG die Kanäle anlegte. Im Herbst 2011 hat die Bezirkshauptmannschaft Murtal deren Rechtsnachfolgerin, die GKB-Bergbau GmbH, zur Sanierung verpflichtet.

Und so hilft NEWS.

Die GKB – eine Tochter der Staatsholding ÖIAG – bestreitet allerdings, dass die Kanäle etwas mit dem Bergbau zu tun haben, und hat Berufung eingelegt. Der Fall liegt beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung – und zwar schon seit 14 Monaten. NEWS hat nachgefragt und es wurde zugesichert, dass bis zur ersten Juni-Woche eine Entscheidung fallen wird. NEWS bleibt dran!

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Wachstum! Das Wirtschaftswachstum fördern, mit all den Phrasen zerstören die verantwortlichen Grund und Boden. Späte Erkenntnis!

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