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Küchenchef Michael B.

"Ein Makler fordert für eine nicht bezogene Wohnung 3.800 Euro.“

NEWS kämpft für Sie! - Küchenchef Michael B.

Man kann nicht behaupten, dass Michael B. zur Zeit vom Glück verfolgt ist: Vor einigen Wochen gab ihm seine langjährige Freundin den Laufpass und warf ihn aus der gemeinsamen Wohnung. Dem Küchenchef blieb nichts anderes übrig, als in einem Hotel unterzukommen und nach einer neuen Bleibe zu suchen. "Ich habe in Immobilienangelegenheiten null Erfahrung, also habe ich einen Makler hinzugezogen“, so Michael B.

Dieser vermittelte ihm dann eine rund sechzig Quadratmeter große Altbauwohnung in der Kleinen Neugasse im vierten Bezirk, die perfekt schien. Ruhige Lage, U-Bahn-Station in unmittelbarer Nähe und eine voll eingerichtete Küche - da wollte Michael B. nicht lange zögern.
Aus einem einfachen Grund: "Man kann sich ja vorstellen, dass es nicht unbedingt angenehm ist, kein eigenes Zuhause zu haben. Ich wollte so rasch als möglich wieder aus dem Hotel ausziehen.“

Mehrere Interessenten.
Michael B. teilte dem Makler mit, dass er das angebotene Objekt gerne mieten würde. "Er machte mich darauf aufmerksam, dass es mehrere Bewerber gäbe und ich ein Mietanbot unterfertigen muss, um eine Chance auf die Wohnung zu haben“, erinnert sich Herr B.

Immobilien-Experte Gottfried Forsthuber
© David Faber Immobilien-Experte Gottfried Forsthuber

Gesagt, getan. Am Donnerstag, den 6.6.2013 leitete er das ausgefüllte Schriftstück an den Makler weiter. Schon am nächsten Tag hätte er erfahren sollen, ob er die Wohnung erhält. Trotz mehrmaliger Urgenz kam allerdings bis Mittwoch der Folgewoche kein Mietvertrag zustande.

Mietanbot zurückgezogen.
Der Koch erzählt: "Ich wurde tagelang hingehalten, Termine wurden immer wieder verschoben. Man sagte mir stets, dass der Eigentümer nicht erreichbar sei. Am Mittwoch hatte ich genug und ich zog mein Mietanbot zurück und kümmerte mich um eine andere Wohnung, da ich schleunigst das Hotel verlassen wollte.“
Acht Minuten nach dem Rückzug des Anbots kam per E-Mail die kuriose Antwort des Maklers: "Das Mietanbot wurde angenommen.“ Wenige Tage später erhielt Michael B. dann auch eine Honorarnote des Immobilien-Treuhänders. "Für eine Wohnung, die ich nicht benötige, sollte ich innerhalb von drei Tagen 3.800 Euro überweisen, andernfalls würde er die Sache an das Gericht weitergeben. Ein schlechter Scherz“, so Küchenchef B.

Und so hilft NEWS.
NEWS vermittelte ihm den Immobilienrechts-Experten Gottfried Forsthuber. Der stellt fest: "Mietanbote sind gefährlich, wer unterschreibt, ist daran gebunden. In diesem Fall sehe ich aber eine Chance, da der Vorvertrag massive Nachteile für den Vermieter bringt und einiges seltsam erscheint.“ Forsthuber empfahl dem Makler per Brief, die Rechtsansicht zu überdenken und einen der anderen Interessenten zum Zug kommen zu lassen. Bis zum Redaktionsschluss stand eine Antwort des Maklers aus. NEWS bleibt dran!

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