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Kein Geld für Unfallopfer

Im Supermarkt ausgerutscht: Seit dem Unfall ist Anna N. gehbehindert

Anna N. © Bild: NEWS/Marcus Deak

Ihren Lebensabend hatte sich Anna N., 77, anders vorgestellt: mit ihrem Mann spazieren gehen, zum Beispiel, oder die Besuche ihrer Kinder genießen. Doch seit dem 21. Dezember 2012 ist nichts mehr, wie es einmal war. An diesem Tag waren die Burgenländerin und ihr Mann im Merkur-Markt in Neusiedl am See einkaufen. Im Gang, in dem die Waschmittel stehen, passierte das Unglück.

Auf dem Boden war durchsichtiges, flüssiges Waschmittel verschüttet. Frau N. rutschte aus und stürzte. "Ich hatte furchtbare Schmerzen im Knie", erzählt sie. Sie hatte sich einen Trümmerbruch an der rechten Kniescheibe zugezogen, musste operiert werden und lag mehr als einen Monat im Krankenhaus. Seither ist sie gehbehindert. "Ich kann nur noch mit einem Rollator gehen. Mein Mann hilft mir, die Strümpfe anzuziehen, weil ich mein Knie nicht mehr richtig abbiegen kann", klagt sie. Unmittelbar nach dem Vorfall wurde bei Merkur eine Schadensmeldung aufgenommen. Darin wird Anna N. ersucht, ihre Ansprüche bei der zuständig Haftpflichtversicherung, der Wiener Städtische Versicherung AG, geltend zu machen. Doch die lehnte ab, zu zahlen.

Versicherung zahlt nicht.

Die Begründung: Aus der Schadensmeldung gehe hervor, dass ein Kunde das Waschmittel verschüttet habe, kein Merkur-Mitarbeiter, daher liege kein Verschulden seitens des Supermarktes vor. Zudem sei beim Eingang der Filiale ein Schild mit der Aufschrift "Achtung Rutschgefahr" gestanden. "Stimmt nicht", sagt Frau N., die einen Anwalt kontaktierte, der den Schaden inklusive Schmerzensgeld und Pflegekosten auf 35.000 Euro bezifferte. Abermals lehnte die Versicherung ab. Da die beiden Pensionisten keinen jahrelangen Rechtsstreit möchten, wandten sie sich an den Versicherungsexperten Günther König, einen Freund der Familie. Er sagt: "Für mich als Fachmann ist es unerklärlich, warum die Haftpflichtversicherung den Schaden nicht übernimmt. Denn aus meiner Sicht handelt es sich um einen klassischen Haftpflichtschaden."

Und so hilft NEWS.

NEWS kontaktierte sowohl die Wiener Städtische als auch den REWE-Konzern, zu dem Merkur gehört. Der Versicherer beharrt weiter darauf, dass ein Kunde das Wachmittel verschüttet habe -obwohl das in der Schadensmeldung nur als Vermutung formuliert ist. Außerdem sei es "nicht zumutbar", den Boden "ständig" aufzuwischen. Die Böden würden "in periodischen Abständen" gereinigt und regelmäßig kontrolliert. Obwohl in der Schadensmeldung eine Knieverletzung angeführt ist, behauptet die Wiener Städtische nun, es sei bisher kein Zusammenhang mit dem Unfall erwiesen: "Es könnte eine Vorverletzung bestanden haben", heißt es.

Und: "Aufgrund der Wetterlage" sei erhöhte Aufmerksamkeit auf dem gesamten Marktgelände angebracht gewesen -deshalb auch das Warnschild. Ob dann nicht auch die Böden öfters kontrol liert hätten werden müssen, blieb vorerst unbeantwortet.

REWE selbst prüft noch: "Wir schauen uns das noch einmal an", so eine Sprecherin. Frau N. ist weiterhin an einer außergerichtlichen Lösung interessiert und sucht nach Zeugen des Vorfalls. NEWS bleibt dran!

Kommentare

liebe Mitposter, über meinen Fall trauen sie sich auch nicht drüber....willkommen im Club!!!

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