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Lärmgeplagte Anrainerin

Verlorene Wohnqualität: Andrea D. wohnt zwei Stockwerke über "Crossfit"

Andrea D. © Bild: NEWS

"Unter meiner Wohnung ist ein Fitness-Center eingezogen. Die Kunden lassen sich militärisch drillen und machen Radau, dass meine Kinder nicht schlafen können."

Montag, kurz nach 18 Uhr. Andrea D. sitzt mit ihrem Mann Joachim und ihren Kindern gerade beim Abendessen, als der tägliche Wahnsinn wieder losgeht. Zwei Stockwerke unter ihnen brüllt eine Fitness-Trainerin von "Crossfit" in Feldwebel-Manier: "Und noch 5 Mal! Nicht locker lassen! Du schaffst es!" Die Anfeuerungsrufe werden akustisch von "Highway to Hell", dem bekanntesten Hit der australischen Hardrock-Band AC/DC untermalt.

Die Songwahl passt exakt zur gegenwärtigen Situation von Familie D. "Was wir hier seit einigen Monaten mitmachen, ist wirklich die Hölle", meint Mutter Andrea D. Der Grund für die schlechte Stimmung: Direkt unter ihrer Wohnung in der Schottenfeldgasse (7. Bezirk) hat sich im März dieses Jahres ein "Crossfit"-Studio, das Workout im "Military Style" anbietet, eingemietet. Laut Eigendefinition erwartet Fitness-Freaks hier "das härteste Training der Welt". Das in den USA entwickelte Programm – bei dem mitunter auch Traktorreifen durch den Raum gewuchtet werden – ist eine Mischung aus Turnen, Ausdauersport und Gewichtheben.

Studio im Wohngebiet

Dass diese Form der Leibesertüchtigung nicht geräuschlos funktioniert, ist klar. Andrea D. ärgert es daher maßlos, dass "Crossfit" mitten in einem Wohngebiet eröffnen durfte: "Das ist unverantwortlich und hätte von den Behörden unterbunden werden müssen." Zudem ortet die resolute Anrainerin einen Widerspruch zwischen Widmung ("Büro und Aufenthaltsraum") und tatsächlicher Verwendung des Objekts. Die Baupolizei teilt dazu lediglich mit, dass "keine wesentlichen Abweichungen zum genehmigten Bauvorhaben festgestellt wurden.

Bis März bestach die Wohnung von Familie D. durch ihre ruhige Lage. Vorbei das alles. "Wenn spezielle Trainings am Programm stehen, vibriert die ganze Wohnung. Oft finden auch am Wochenende oder spätabends noch Workouts statt. Unsere Lebensqualität hat sich stark verschlechtert", so Familie D. Auch die Kinder leiden laut Mama Andrea unter "Crossfit", können sich beim Lernen kaum konzentrieren und haben Probleme mit dem Einschlafen: "Sie liegen in ihren Betten und schrecken jedes Mal auf, wenn eine Hantel auf den Boden fällt."

Und so hilft NEWS

NEWS ist bemüht, in der Causa eine Vermittler-Rolle einzunehmen. Der Geschäftsführer von "Crossfit"-Österreich, Sebastian Rieder, kann die Aufregung um sein Studio zwar nicht nachvollziehen ("Wir haben am betroffenen Standort das Training bereits auf ein Mindestmaß reduziert"), ist aber zu Gesprächen bereit: "Die Anrainer können jederzeit an mich herantreten. Allerdings müssen sie auch meinen Standpunkt verstehen: Mir wurde vom Vermieter ausdrücklich zugesichert, dass ich hier ein "Crossfit"-Studio betreiben darf."

Sollte man ihm sein investiertes Kapital zurückzahlen, wäre Rieder sogar bereit, den Standort wieder zu wechseln. NEWS wollte auch beim Vermieter nachhaken. Der war allerdings bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. NEWS bleibt dran!

Kommentare

Das darf ja nicht wahr sein, dass sich Baupolizei u.a. derartige Versager leisten! Offenbar ist leicht nachweisbar, dass dort kein Betrieb mit Lärmexzessen (Widmungsbestimmung) stattfinden darf.Ein Krawallbetrieb im Wohnbereich sollte unverzüglich gestoppt werden - der Vermieter hat dem Betreiber nicht reinen Wein eingeschenkt. Ich würde jetzt mit meiner Rechtsschutzversicherung
prozessieren!!!!!

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